Ursachen der Medikamentensucht

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Dr. Gerhard Kocher
 

Als wir das Ziel aus den Augen verloren hatten, konzentrierten wir uns auf die Mittel.

 

Ursachen einer Medikamentensucht

Patienten mit einer Medikamentenabhängigkeit sind meist mittleren Alters. Frauen sind häufiger davon betroffen als Männer. Die Medikamentenabhängigkeit stellt neben der Alkoholabhängigkeit eine sehr weit verbreitete Sucht dar.

Bevor die Patienten medikamentenabhängig werden, steht meist ein psychisches oder körperliches Problem im Vordergrund, das durch die Einnahme eines Medikamentes gebessert werden soll. Teilweise besorgen sich die Betroffenen dieses Medikament rezeptfrei in der Apotheke, teilweise wird es auch vom Arzt verordnet. Die Patienten nehmen das Medikament ein und bemerken häufig eine Besserung ihrer Beschwerden. Wird das Medikament nun lange Zeit eingenommen, gewöhnt sich der Körper in gewissem Maße an die Inhaltsstoffe und benötigt schließlich eine höhere Dosis davon, damit die gleiche Wirkung erzielt wird.

Viele Patienten, die abhängig von Medikamenten sind, haben das Medikament ursprünglich zur Behandlung von Schlafstörungen oder Schmerzuständen eingenommen. Besonders Patienten mit chronischen Schmerzen benötigen derartige Medikamente auf lange Zeit hinweg. Der Körper gewöhnt sich somit an die im Medikament enthaltenen Substanzen und benötigt nach einiger Zeit eine höhere Dosis, bis die Schmerzfreiheit erreicht wird.

Patienten, die medikamentenabhängig sind, benötigen in der Regel immer ärztliche Hilfe für den Entzug. Nur ein äußerst geringer Prozentsatz schafft den Entzug ohne ärztliche Behandlung.

Für die Patienten ist es äußerst schwierig festzustellen, dass durch die Einnahme der Medikamente ihre Situation zwar kurzzeitig gelindert, nicht jedoch dauerhaft verbessert wird. Spätestens wenn die Wirkung des Medikamentes nachlässt, verspüren die Patienten auch die Symptome wieder. Die Patienten empfinden die Beschwerden dann oftmals als noch schlimmer und nehmen noch mehr Medikamente ein. Es entsteht daraus ein Teufelskreis.

QUELLE:http://www.paradisi.de/Health_und_Ernaehrung/Erkrankungen/Medikamentenabhaengigkeit/Artikel/3032.php