Sucht in den Medien

Vorwort

von Wolfgang Schwalenstöcker

wöchentlich entnehmen wir Nachrichten aus über 700 Tageszeitungen zu unseren Themen mithilfe eines Google-Features. Uns interessiert vor allem die Repräsentanz von suchtrelevanten Beiträgen und mit welchem Engagement sie von Zeitungen und anderen Medien thematisiert werden. In einer internen, von uns durchgeführten Untersuchung, in einer willkürlich ausgesuchten Woche kamen wir zu einem Ergebnis, das unsere Befürchtungen um die Stigmatisierung von suchterkrankten Menschen verstärkte. Über 90% aller Meldungen handelten von alkoholbedingten Unfällen, von Jenny Elvers-Elbertzhagen und anderen prominenten Konsorten, kurz, von durch Suchterkrankungen bedingte Störungen des gesellschaftlichen Konsens, nur von sporadisch beachteten Aspekten, dass sich die Suchtproblematik in allen gesellschaftlichen Abteilungen des Lebens findet.

Wir sind an solchen Meldungen nicht interessiert und werden Sie hier nicht veröffentlichen, sehr wohl wissend, dass sich auch dahinter individuelle Schicksale befinden, von Menschen, die bestimmt der Hilfe bedürfen. Jedoch wollen wir nicht das Bild unterstützen, das die Medien von den Auswirkungen der Sucht zeichnen. Ihnen geht es um Auflagensteigerung und nicht um wirksame Aufklärung über das Wesen der Suchterkrankung.

Weiterhin möchten wir über ein breites Spektrum informieren. Somit ist es ganz normal das nicht alle News zu den unterschiedlichen Themen unsere Meinung darstellen. Im Sinne der informativen Vielfalt ist es uns jedoch wichtig, möglichst viele Strömungen der Materie einzufangen.