Häufige Fragen zum Thema Alkohol

Jonitz
Dr. med.Günther Jonitz
Präsident der Ärztekammer Berlin

 Alkohol ist als Droge gefährlicher als Cannabis. Alle Kulturen der Welt suchen nach Möglichkeiten, sich in Rausch zu versetzen. Ein „Recht auf Rausch“ postuliert keine „Pflicht zum Rausch“. Alle Drogen haben Nebenwirkungen, Alkohol auch tödliche. Nur durch eine sachliche und vorurteilsfreie Diskussion besteht eine Chance, Missbrauch darzustellen und wirkungsvoll zu bekämpfen.

Häufige Fragen zum Thema Alkohol

 

Welchen Reaktionen zeigt der Körper, wenn man Alkohol zu sich nimmt?

Alkohol ist ein Zellgift, das Auswirkungen auf alle Organe hat und insgesamt dem ganzen Körper schadet. Die Nachwehen von „ein paar Gläschen“ Alkohol merkt man dabei schneller, als man denkt:

Erinnerungs- und Reaktionsvermögen schwinden immer mehr. Die Konzentrationsfähigkeit nimmt stark ab. Das ist besonders fatal im Straßenverkehr.

Die Blutgefäße, die direkt unter der Haut liegen, erweitern sich, ein Gefühl der Wärme steigt auf. Diesen Effekt spürt man nicht nur, sondern man sieht ihn auch an dem roten Gesicht, dass man bekommt.

„Das erste Bier muss ein Gutes sein, bei den restlichen ist es mir egal“. Der Geschmackssinn geht mit der Zeit zurück, so dass es keine Rolle spielt und man sich auch keine Gedanken mehr darüber macht, was man in seinem Glas hat.

Die Schmerzempfindlichkeit nimmt ab. Außerdem kann man Situationen und sich selbst nicht mehr richtig einschätzen. Kurzum: man verliert die normale (nüchterne) Kontrolle über sich selbst. Was wiederum leicht zu Unfällen, aggressivem Verhalten, Vandalismus und vielen anderen unschönen Dingen führen kann.

Der Alkohol wirkt betäubend auf die Sinne, vor allem auf die Wahrnehmung und die Sehleistung. Von allem, was man im nüchternen Zustand sehen und hören würde, kommt jetzt nur noch sehr wenig bei einem an. Außerdem tritt der so genannte Tunnelblick auf. Das heißt, dass man „lechts und rinks“ von der Sehachse immer weniger wahrnimmt.

Der sonst gleichmäßige Schritt verwandelt sich in ein unkontrollierbares Torkeln. Das kommt daher, dass sich die Koordination der Muskeln verschlechtert.

Und: dummes Zeug zu reden, muss bei vielen Menschen nicht immer am Alkohol liegen. Dennoch tritt dieser Zustand bei übermäßigem Alkoholkonsum verstärkt auf, da von dem Zellgift auch das Sprachzentrum im Gehirn negativ beeinflusst wird.

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Was für ein Stoff ist Alkohol?

Alkohol ist ein Stoff, der giftig und dem Körper fremd ist. Das erste Abbauprodukt von Alkohol (Acetaldehyd) ist noch giftiger. Alkohol ist auch ein Wirkstoff, der einen Einfluss auf die Funktionen des Gehirns hat, und dies macht Alkohol (wegen des berauschenden Effekts) zunächst so attraktiv und aber auch potentiell gefährlich.

Psychische Abhängigkeit ist die eigentliche Sucht: es handelt sich um ein sehr starkes, unwiderstehliches Verlangen nach Alkohol. Das Durchbrechen der körperlichen Abhängigkeit (die Entwöhnung) gelingt meist noch, das Überwinden der psychischen Abhängigkeit ist jedoch viel schwieriger.

 

Was passiert, wenn ich dauerhaft zuviel Alkohol trinke?

Wer zuviel und zu oft trinkt, bekommt auf die Dauer körperliche Schäden. Die Beschwerden sind anfangs vage (Magenbeschwerden, Müdigkeit, Schlafschwierigkeiten) und werden mit der Zeit immer konkreter. Die Leber verfettet und kann sich entzünden, es kann zu ernsten Magenbeschwerden kommen und langfristig kann beispielsweise eine Herz-, Hirn- oder Nervenschädigung auftreten. Lang anhaltendes, übermäßiges Trinken kann auch das Entstehen von Krebs begünstigen (z.B. Kehlkopfkrebs, Speiseröhrenkrebs, Brustkrebs).

Aus gesundheitlichen Gesichtspunkten ist es darum wichtig, nur maßvoll zu trinken. Die medizinische Richtlinie für gesunde Erwachsene ist: FRAUEN sollten maximal 5 Tage die Woche nicht mehr als 1 Glas und MÄNNER maximal 5 Tage die Woche nicht mehr als 2 Gläser trinken. Bei JUGENDLICHEN solle der Alkoholkonsum deutlich unter diesen Werten liegen, da sich v. a. das Gehirn noch in der Entwicklung befindet und durch Alkohol stark geschädigt werden kann.

 

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Was passiert bei wie viel Promille?

So ziemlich jeder Erwachsene hat schon mal Alkohol getrunken und wird daher mehr oder weniger wissen, dass die Wirkung von Alkohol sehr stark von der getrunkenen Menge abhängt. Wie die Alkoholkonzentration im Blut die Wahrnehmung beeinflusst, das können die wenigsten genau angeben. Die folgende Übersicht gilt für Erwachsene. Zu bedenken ist, dass Kinder und Jugendliche wesentlich empfindlicher auf Alkohol reagieren. Kleinkinder sterben schon ab 0,5 Promille-Blutalkohol.

1-3 Gläser: Gerade noch locker

Bei 0,2 bis 0,5 Promille hast du ungefähr 1 bis 3 Gläser Alkohol getrunken. Dein Puls und deine Atmung werden schneller. Die Blutgefäße, die direkt unter der Haut liegen, werden weiter, wodurch es dir warm wird. Dein Geschmackssinn und deine Sehfähigkeit gehen etwas zurück, und auch deine Schmerzempfindlichkeit nimmt ab. Dein Appetit wird angeregt und du musst öfter aufs Klo.

3-7 Gläser: Ganz schön blau

Bei 0,5 bis 1,5 Promille hast du etwa 3 bis 7 Gläser Alkohol getrunken. Dein Verhalten und deine Stimmung ändert sich spürbar. Du überschätzt dich leicht und fühlst dich aufgedreht, während du in Wirklichkeit zunehmend betäubt wirst. Dein Erinnerungs- und Reaktionsvermögen nimmt ab. Du kannst Situationen nicht mehr so gut einschätzen. Die Koordination deiner Muskeln wird schlechter. Der so genannte Tunnelblick tritt auf. Das heißt, dass du „rinks und lechts“ von der Sehachse immer weniger wahrnimmst.

7-15 Gläser: Stark betrunken

Bei 1,5 bis 3 Promille hast du 7 bis 15 Gläser Alkohol getrunken. Alle körperlichen Effekte, die vorher besprochen wurden, werden stärker. Du bist emotionaler als sonst und deine Hemmungen verschwinden. Du findest alles, was du machst, super! Meistens ist aber das Gegenteil der Fall. Dein Gesicht wird rot und deine Pupillen werden größer. Die Wahrscheinlichkeit, dass dir schlecht wird und du dich übergeben musst, steigt enorm.

15–20 Gläser: Stockbesoffen

Bei 3 bis 4 Promille hast du 15 bis 20 Gläser Alkohol getrunken. Alle deine Sinne sind in diesem Stadium betäubt. Du bist total orientierungslos und eigentlich nur noch körperlich präsent. Von allem, was du im nüchternen Zustand sehen und hören würdest, kommt jetzt nur noch sehr wenig bei dir an.

Mehr als 20 Gläser: Totaler Knock-out

Bei mehr als 4 Promille hast du mehr als 20 bis 25 Gläser Alkohol getrunken. Deine Atmung und dein Puls werden so langsam und schwach, dass du mit hoher Wahrscheinlichkeit ins Koma fallen und sterben kannst. Es drohen akut: Atemstopp und Herzstillstand. Das ist unrealistisch? Von wegen! Gerade in Cliquen kommt das so genannte »Binge-Drinking« vor – das heißt: so lange saufen, bis nichts mehr geht.

 

Was ist ein Standardglas?

Ein Standardglas ist ein Glas mit ca. 10 – 12 g reinem Alkohol, z.B. ein kleines Glas Bier (0,25 l), ein kleines Glas Wein (0,1 l) oder ein Glas Schnaps (0,04 l). Die in der Gastronomie verwendeten Gläser entsprechen meist diesem Vorgaben.

Sie können als Richtlinie für risikoarmen Alkoholkonsum herangezogen werden: Erwachsene Frauen sollten demnach nicht mehr als 1 Standardglas an nicht mehr als 5 Tagen pro Woche trinken, Männer nicht mehr als 2 Standardgläser an nicht mehr als 5 Tagen pro Woche.

Für Jugendliche gelten wesentlich geringere Alkoholmengen, da sich der Organismus und vor Allem das Gehirn noch in der Entwicklung befinden.

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Wie wird Alkohol hergestellt?

Fruchtzucker und Stärke aus Getreide können durch Gärung zu einem Teil in reinen Alkohol (C2H5OH) umgesetzt werden.

Bier wird hergestellt, indem Brauereigerste aufgebrochen, mit Wasser vermengt und dann aufgekocht wird. Während des Aufkochens wird Hopfen zugefügt. Dies hat einen antiseptischen und geschmacksfördernden Effekt. Nach dem Abkühlen lässt man die Mischung bei einer bestimmten Temperatur gären. In Abhängigkeit von der Gärtemperatur werden Biere in niedriggegärte (z.B. Pils) und hochgegärte (z.B. Trappist) unterschieden.

Wein entsteht durch die natürliche Gärung von Fruchtmark. Dieser Prozess wird durch die Gärungszellen in Gang gebracht, die von Natur aus in der Luft enthalten sind. Auf diese Weise hat der Mensch ursprünglich den Alkohol entdeckt.

Sherry und Portwein sind verstärkte Weine: es wird zusätzlich Weinalkohol hinzugefügt.

Spirituosen werden hergestellt, indem gegärte Getränke so erhitzt werden, dass flüchtiger Alkohol freigesetzt wird. Dieser wird dann aufgefangen und kondensiert. Durch das mehrfache Wiederholen dieses Prozesses kann ein sehr hoher Alkoholgehalt erreicht werden. Durch Gärung allein ist kein Alkoholgehalt höher als 15% zu erzielen: die Gärstoffe sterben bei höheren Prozentwerten ab

 

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Was geschieht mit dem Körper, wenn man Alkohol trinkt?

Der Alkohol, den wir trinken, erreicht über den Mund und die Speiseröhre den Magen. Ein kleiner Teil wird dort umgesetzt. Der Rest geht unverdaut, d.h. in reiner Form, ins Blut über und wird so über die Körperflüssigkeit verteilt.

Ein gefüllter Magen hat einen verzögernden Einfluss auf die Aufnahme von Alkohol ins Blut, vor allem wenn die Nahrung fett-, kohlenhydrat- und eiweissreich ist. Ein Glas auf nüchternen Magen hat darum einen schnelleren und stärkeren Effekt als ein Glas beim oder nach dem Essen.

Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 20% bleiben etwas länger im Magen als Getränke mit einem niedrigeren Alkoholgehalt. Durch die höhere Alkoholkonzentration hat dies eine aggressivere Wirkung auf die Magenschleimhaut als Alkohol mit einem niedrigerem Alkoholgehalt. Dadurch können nach lang anhaltendem, starkem Spirituosenkonsum Entzündungen und Blutungen der Magenschleimhaut auftreten.

Kohlensäure beschleunigt die Aufnahme von Alkohol ins Blut. Aus diesem Grund machen z.B. kohlensäurehaltige Mixgetränke wie Alkopops sehr schnell betrunken

 

Wie wirkt Alkohol?

Die Wirkung sieht in erster Linie folgendermaßen aus: verminderte Wahrnehmungsfähigkeit, verlangsamte Reaktionsgeschwindigkeit, verminderte Konzentrationsfähigkeit. Außerdem (und nicht minder riskant): ein vermindertes Vermögen, Risiken und sich selbst richtig einzuschätzen.

Kurzum: man verliert die normale (nüchterne) Kontrolle über sich selbst. Eine Unterschätzung dieser Fakten hat Auswirkungen auf kurzfristigen Risiken (Unfälle, aggressives Verhalten, Vandalismus etc.).

Außerdem ist Alkohol ein Suchtstoff. Sucht beinhaltet Abhängigkeit, wobei man bei Alkohol von körperlicher und psychischer Abhängigkeit spricht. Körperliche Abhängigkeit bedeutet zweierlei: Toleranzentwicklung oder Gewöhnung und das Auftreten von Entzugserscheinungen. Toleranzentwicklung heißt, dass der Körper nach immer mehr Alkohol ‚verlangt‘, um einen vergleichbaren Effekt zu erreichen. Eine Toleranzentwicklung kann auch vorkommen, ohne dass die Rede von Sucht sein muss.

Ebenfalls typisch ist das Auftreten von Entzugserscheinungen, wenn mit dem Trinken aufgehört wird. Der Körper ist so auf Alkohol ‚eingestellt‘, dass er protestiert, wenn ihm kein Alkohol mehr zugeführt wird. Ein bekanntes Entzugssymptom ist das Zittern der Hände. Auch Unruhe und Angst können auftreten.

 

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Wie wird Alkohol abgebaut?

Zuerst findet eine Umwandlung in Acetaldehyd statt. Dies ist ein giftiger Stoff, noch giftiger als reiner Alkohol. Dieser Stoff ist verantwortlich für eine Reihe von unangenehmen Nebeneffekten des Alkoholkonsums, wie z.B. den sogenannten „Kater“.

Die Umwandlung von reinem Alkohol in Acetaldehyd geschieht durch das Enzymsystem Alkohol-Dehydrogenase (ADH). In einem zweiten Schritt wird das Acetaldehyd seinerseits in Essigsäure umgewandelt. Beide Umwandlungen finden zu 95-98% in der Leber statt.

In einem dritten Schritt wird die Essigsäure durch die Leber wieder an die Körperflüssigkeit abgegeben, um letztendlich in Kohlendioxid und Wasser umgewandelt zu werden. Diese Stoffe werden schließlich vor allem durch den Urin, den Schweiss und den Atem ausgeschieden.

Der Abbau von Alkohol durch die Leber dauert eine gewisse Zeit (als Richtlinie gelten 1 bis 1,5 Standardgläser pro Stunde). Diese Zeitdauer kann nicht beeinflusst werden (z.B. durch zusätzliche Bewegung oder das Trinken von Wasser). Es ist deshalb wichtig zu wissen, dass eine gewisse Zeit verstreichen muss, bis der Körper wieder nüchtern ist. Diese Zeit kann man grob errechnen, indem man die Anzahl der getrunkenen Gläser aufaddiert (1 Standardglas ~ 1,5 Stunden)

 

Ist Alkohol ein Nahrungsmittel?

Oft wird angenommen, dass vor allem Bier einen hohen Vitamin-B-Gehalt hat und dadurch ein wertvolles Nahrungsmittel darstellt. Manchmal ist sogar die Rede von „flüssigem Brot“. In der Tat ist es so, dass sowohl Bier als auch Wein kurz nach der Gärung Vitamine enthalten. Diese Vitamine verflüchtigen sich jedoch größtenteils zusammen mit den Gärungszellen bei der weiteren Verarbeitung des Bieres. Bier kann folglich kaum ein besonderer Nährwert zugeschrieben werden.

Reiner Alkohol enthält viele Kalorien: 7,1 Kilokalorien (kcal) pro Gramm. Das ist fast so viel wie Fett (9 Kilokalorien pro Gramm). Ein Glas Pils enthält 110 kcal, ein Glas Wein 80 bis 100 kcal und ein Glas Schnaps 70 kcal. Menschen, die viel trinken (vor allem Bier), bekommen deswegen oft auch einen Bierbauch. Von zu viel und zu häufigem Alkoholkonsum kann man also auf eine sehr ungesunde Weise dick werden.

 

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Warum verträgt der eine Alkohol besser als der andere?

Die Menge Alkohol im Blut, der Blutalkoholspiegel, wird in Promille angegeben: 0,5 Promille bedeuten, dass 1 ml Blut ein halbes Milligramm reinen Alkohol enthält. Gegenwärtig wird im Verkehrsbereich auch mit dem Atemalkoholgehalt gearbeitet, der den Anteil reinen Alkohols pro Liter (ausgeatmeter) Luft angibt.

Es ist allerdings nicht so, dass jeder Milliliter Reinalkohol bei jedem denselben Blutalkoholspiegel verursacht. Der Reinalkohol wird nämlich über die gesamte Körperflüssigkeit gleichmäßig verteilt. Und davon haben schwere Personen mehr und leichte Personen weniger. Jemand, der leichter ist, merkt darum mehr von der gleichen Menge Alkohol als jemand, der schwerer ist.

Daneben gibt es auch noch einen Unterschied zwischen Männern und Frauen: der weibliche Körper enthält weniger Flüssigkeit pro Kilo Gewicht als der männliche. Das sorgt folglich dafür, dass eine Frau nach der gleichen Anzahl Gläser einen höheren Blutalkoholspiegel hat als ein Mann.

 

Welche Organe und körperlichen Funktionen werden am häufigsten durch chronischen Alkoholkonsum geschädigt?

Leber:
am meisten betroffen, da sie bis zu 95 % des Alkohols abbauen muss;
Folgen sind: Fettleber, Leberentzündung, Leberzirrhose (ein bleibender Leberschaden)
 
Gehirn:
Hirnzellen sterben ab (bei einem Vollrausch mehrere tausend!),
geistige Leistungsfähigkeit sinkt, Depressionen, Korsakow-Syndrom
periphere Nervenzellen:
Erkrankung des peripheren Nervensystems, z.B. in den Beinen;
Folge: Lähmungen, Gangstörungen (Polyneuropathie)
 
Bauchspeicheldrüse:
akute und chronische Entzündung (Pankreatitis);
gestörte Insulinproduktion führt zu Diabetes
 
Niere und Lunge:
chronische Entzündungen
 
Schwangerschaft:
schwerwiegende Missbildungen des Ungeborenen (fetales Alkoholsyndrom)
 
Herz:
Herzmuskelerkrankung, -verfettung, Pumpkraft wird verringert (Myokardiopathie), Herzrhythmusstörungen, Durchblutungsstörungen
 
Haut:
Pickel und Ekzeme, Haut wirkt teigig und gealtert
 
Mund und Rachen:
Krebserkrankungen
 
Speiseröhre:
Krampfadern;
wenn es zu Blutungen kommt, lassen sich diese kaum noch stillen
 
Magen:
Magenschleimhautentzündung
 
Sex:
Störungen der sexuellen Funktionen, bei Männern: Impotenz

 

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Ist Alkohol gut für Sex?

Sowohl bei Männern als auch bei Frauen gilt, dass sexuelles Interesse und Erregung mit dem Testosterongehalt im Blut zusammenhängen.

Übermäßiger Alkoholkonsum verringert bei Männern den Testosterongehalt im Blut, mit der häufigen Folge, dass sie keine Erektion/keinen Samenerguss haben. Die Frustration darüber kann so groß sein, dass es beim nächsten Mal wieder nichts wird. Ca. 8% der Alkoholabhängigen sind impotent und bei der Hälfte lässt sich das nicht mehr rückgängig machen, selbst wenn mit dem Trinken völlig aufgehört wird.

Bei Frauen verringert sich durch Alkoholkonsum der Östradiol-Gehalt (ein Östrogen), wodurch im Verhältnis der Testosteronspiegel ansteigt. Dies hat sexuelle Erregung zur Folge. Da Alkohol auch Hemmungen nimmt, kommt es durchaus vor, dass Frauen unter Alkoholeinfluss auf sexuellem Gebiet Dinge tun, die sie im nüchternen Zustand nicht getan hätten. Übermäßiger Alkoholkonsum beeinträchtigt auch den Zyklus der Frau. Darum haben alkoholabhängige Frauen häufig Menstruationsstörungen.

 

Warum sind schon kleine Mengen Alkohol schädlich für das ungeborene Kind?

Der sich gerade entwickelnden Organismus des ungeborenen Kindes ist extrem empfindlich gegen Zellgifte wie Alkohol.

Wenn eine schwangere Frau Alkohol zu sich nimmt, verbreitet sich der Alkohol schnell im Körper und macht auch nicht Halt vor der Plazenta, über die das Kind mit allen lebenswichtigen Nährstoffen versorgt wird. Dieser Vorgang ist unabhängig von der Menge des getrunkenen Alkohols.

Durch die Nabelschnur gelangt der Alkohol so in den Blutkreislauf des ungeborenen Kindes und verbreitet sich auch hier rasch im ganzen Körper. Innerhalb weniger Minuten haben Mutter und Kind denselben Alkoholspiegel! Die schädigende Wirkung des Alkohols hält aber beim ungeborenen Kind länger an als bei der Mutter, weil der noch nicht vollständig entwickelte Organismus des Kindes den Alkohol langsamer abbaut. Deshalb ist der Blutalkoholspiegel beim Ungeborenen sogar eine Zeit lang höher als bei der Mutter.

 

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Wann macht man sich mit Alkohol im Straßenverkehr strafbar?

Unter Alkoholeinfluss ist die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt und das Risiko für Verkehrsunfälle nimmt zu. Es ist bekannt, dass Alkoholkonsum das Wahrnehmungs- und Reaktionsvermögen vermindert und zu einer Einschränkung des Sehfeldes führt. Die Grenze für die Verkehrsteilnahme liegt in Deutschland darum bei 0,5 Promille. Diese Menge wird schon durch etwa 2 Gläser, die innerhalb einer Stunde getrunken werden, erreicht.

Bereits bei einem Blutalkoholgehalt von 0,5 Promille (einem Atemalkoholgehalt von 220 mcg) wird unter anderem die Fähigkeit, rotes Licht wahrzunehmen, vermindert – mit dem Risiko, dass Bremslichter, Hinweisschilder, Fahrradreflektoren und auch rote Ampeln übersehen werden. Zusätzlich geht Alkoholkonsum (und das bereits ab einem einzigen Glas) häufig mit Selbstüberschätzung und Rücksichtslosigkeit Hand in Hand.

Wer in einen Unfall verwickelt wird und Alkohol getrunken hat – auch bei weniger als 0,5 Promille – handelt sich in jedem Fall eine Teilschuld ein.

Wenn man mehr als 0,5 Promille Alkohol im Blut hat, damit angehalten wird und alkoholbedingte Ausfallerscheinungen zeigt oder man einen Unfall verursacht, begeht man eine Straftat. Eine Straftat bedeutet unter Umständen einen Vermerk im polizeilichen Führungszeugnis, was sich z.B. negativ bei späteren Bewerbungen auswirken kann.

Wenn man noch fahren muss, ist es also am besten, wenn man nüchtern bleibt. Den meisten Menschen fällt es nämlich leichter, überhaupt nichts zu trinken als nach 2 Gläsern aufzuhören

 

Wann ist man alkoholabhängig?

Abhängigkeit ist kein absoluter Begriff. Es gibt auch keine deutliche Grenze zwischen abhängig sein und nicht abhängig sein. Bei Alkoholabhängigkeit spielen jedenfalls zwei Dinge eine Rolle:

1. Es wird beinahe jeden Tag und außerdem viel getrunken

2. Das Trinken hat eine bestimmte Funktion, die nichts mehr mit Genuß oder Geselligkeit zu tun hat. Der/die Abhängige glaubt, ohne Alkohol nicht mehr gut funktionieren zu können und hat enorme Angst, ohne Alkohol leben zu müssen.

Abhängigkeit entsteht sehr langsam und es wird vor allem im Anfangsstadium geleugnet, dass ein Alkoholproblem besteht. Das hat unter anderem damit zu tun, dass viele Menschen ein bestimmtes Bild von Abhängigen haben und sie sich sicher sind, dass sie dieses Bild nicht erfüllen. In einem späteren Stadium wird das Problem aus Scham oder aus Angst, aufhören zu müssen, geleugnet. Dem Abhängigen wird dann meistens klar, dass er nicht „normal“ mit Alkohol umgehen kann. Einige Kennzeichen von Menschen, die zuviel trinken, sind:

– die Person trinkt zu Zeitpunkten, zu denen andere ganz bewusst nicht trinken (am frühen Morgen oder ohne besonderen Grund)

– die Person riecht oft nach Alkohol

– nach recht großen Alkoholmengen ist die Person äußerlich noch nicht betrunken

– die Person hat ein angeschwollenes rotes Gesicht

 

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Was kannst du tun, wenn jemand, den du gut kennst, zuviel trinkt?

Es ist sehr schwierig, schwere Trinker davon zu überzeugen, weniger zu trinken. Wenn jemand schnell verspricht, sein Verhalten zu ändern, sollte man ihm allerdings nicht zu schnell Glauben schenken. Wenn du dich über jemanden ärgerst, der zuviel trinkt und du ihm dies als Reaktion darauf vorwirfst, ändert das meistens nichts. Meistens wird dir dann unterstellt, dass das Problem bei dir liegt. Du kannst schon sagen, dass du dir ernsthaft Sorgen machst, da du findest, dass er/sie zuviel trinkt (fang darüber jedoch keine Diskussion an; es ist genug passiert und du musst darum an deiner Einschätzung nicht zweifeln.)

Du kannst sagen, dass du bestimmtes Verhalten inakzeptabel findest. Wichtig ist hierbei, deutlich zu machen, was du konkret meinst. Gib auch deine eigenen Grenzen an: was akzeptierst du gerade noch und was nicht mehr. Gehe nicht davon aus, dass du den Trinker verändern kannst oder musst; falls du dies versuchst, wirst du schnell merken, dass es nicht hilft. Er oder sie wird es selbst tun müssen. Indem du Aufmerksamkeit schenkst, zuhörst und klar machst, dass Veränderungen möglich sind, kannst du jemanden ein bisschen zum Nachdenken bringen. Für eine persönliche Beratung kannst du auch das Beratungs-Telefon der BZgA anrufen (02 21 – 89 20 31)

 

Was sind die Ursachen der Abhängigkeit?

Für Abhängigkeit gibt es ganz verschiedene Ursachen:

– Erblichkeit: eine kleine Minderheit hat ein erhöhtes Risiko, abhängig zu werden, wenn der Vater oder die Mutter abhängig ist; das größte Risiko haben die Söhne von abhängigen Männern

– ernsthafte Probleme in der Kindheit und Jugend (unverarbeitete Traumata, Verwahrlosung, sexueller Missbrauch, Inzest)

– eine angeborene oder erlernte Empfindlichkeit im Hinblick auf Stress, Unruhe, Anspannung

– das Aufwachsen in einer Umgebung, in der oft viel und schnell getrunken wird

– Abhängigkeit als Reaktion auf Probleme: Beziehungsprobleme, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, Einsamkeit usw.

 

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Was passiert bei einer Alkoholvergiftung?

Durch zu starken Alkoholkonsum kommt es zur Alkoholvergiftung. Meist beginnt sie mit einer euphorischen Stimmung, die in eine Bewusstseinsstörung übergeht. Später folgt Bewegungsunfähigkeit: der Betroffene ist wie gelähmt. Dabei besteht die Gefahr, dass die Zunge zurückfällt und die Atemwege blockiert. Auch kann es passieren, dass Erbrochenes wieder eingeatmet wird. In beiden Fällen droht der Betroffene zu ersticken.

Bereits kleinere Mengen Alkohol können eine Alkoholvergiftung hervorrufen, wenn sie zusammen mit Medikamenten oder Rauschmitteln in den Körper gelangen. Medikamente und Alkohol vertragen sich nicht!

Die häufigsten Symptome der Alkoholvergiftung sind:

-starker Alkoholgeruch

-starke Erregungszustände

-gesteigerte Gewaltbereitschaft

-Sprachstörungen

-Absinken der Reaktionsfähigkeitübersteigertes Selbstbewusstsein

-Gleichgewichtsstörungen Schmerzunempfindlichkei

-Bewusstseinstrübung, dann Bewusstlosigkeit

 

Werde ich schneller nüchtern, wenn ich erbrechen muss?

Der Alkohol wird nach dem Trinken sofort in das Blut aufgenommen. Die Leber beginnt mit dem Alkoholabbau bereits wenige Minuten nach dem ersten Schluck, also nicht erst am Ende der Trinkphase. Man wird also nicht schneller wieder nüchtern, wenn man sich erbrechen muss – der Alkohol ist bereits im Blut und die Leber muss ihn abbauen.

Die Leber funktioniert dabei wie manche Supermarkt-Kasse: Egal wie lang die Schlange ist, es geht immer mit der gleichen Geschwindigkeit voran. Die Abbaurate in der Leber verläuft linear und beträgt unabhängig von der konsumierten Menge ca. 0,1 g Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht in der Stunde. Das entspricht bei einem 80 kg schweren Mann ungefähr der in einem kleinen Glas Bier (0,2 l) enthaltenen Alkoholmenge. Auch mit Kaffee, Tanzen, Schwerarbeit oder sonstigen Rezepten lässt sich der Abbau nicht beeinflussen.

 

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Ist Alkohol eine harte Droge?

In einigen Studien wird Alkohol als harte Droge eingestuft, da Alkohol körperlich abhängig machen kann, große gesundheitliche Gefahren birgt und der Entzug (genauso wie eine Überdosis) lebensbedrohlich sein kann. Alkohol ist also in diesem Sinne eine harte Droge und nicht nur das „Genussmittel“ als das er oft dargestellt wird und als das er gesellschaftlich akzeptiert ist.

Unter „weichen Drogen“ fasst man gemeinhin jene Drogen zusammen, die weder körperliche Abhängigkeit verursachen noch große gesundheitliche Risiken in sich bergen. Eine weiche Droge ist beispielsweise Cannabis.

Unter „harten Drogen“ fasst man jene Drogen zusammen, die eine große körperliche Abhängigkeit verursachen können und/oder große gesundheitliche Risiken in sich bergen. Harte Drogen sind beispielsweise Kokain oder Heroin.

 

Was bedeutet risikoarmer Alkoholkonsum?

Alkohol ist in Deutschland eine legale Droge, die zu vielen Gelegenheiten und oft auch zu viel getrunken wird. Alkohol ist in Deutschland die absolute Nr. 1 unter den psychoaktiven Substanzen! Die folgenden Regeln geben Hinweise für den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol:

Für Erwachsene gilt: Trinke täglich nicht mehr als 1 (Frauen) bzw. 2 (Männer) kleine Gläser Alkohol. Und bleibe an mindestens 2 Tagen pro Woche alkoholfrei! Denn täglicher Konsum – egal welche Menge du trinkst – bedeutet immer Gewöhnung, die sich sogar zu einer Abhängigkeit entwickeln kann.

Jugendliche sollten allerdings deutlich weniger und seltener Alkohol trinken, da ihr Organismus sich noch in der Entwicklung befindet und vor Allem das Gehirn stark durch Alkohol geschädigt werden kann.

Für Jugendliche gilt generell: Ab und zu mal etwas Alkohol trinken ist o.k. Starker, häufiger oder sogar täglicher Alkoholkonsum ist aber ein Warnsignal für einen problematischen Konsum.

Frauen sollten weniger als Männer trinken, da sie aufgrund biologischer Unterschiede schneller betrunken werden.

Je früher Kinder und Jugendliche beginnen Alkohol zu trinken, desto größer ist die Gefahr, dass sie später gewohnheitsmäßig trinken oder ihm abhängig werden.

Vermeide es, dich zu betrinken! Bei jedem Rausch sterben Millionen von Gehirnzellen ab. Oftmals trägt Alkohol auch zu Aggressivität und Gewalt gegen andere bei.

Sei nüchtern, wenn es auf Leistungsfähigkeit, Konzentrationsvermögen und schnelle Reaktionen ankommt. Das heißt: Kein Alkohol bei der Arbeit, wenn du noch im Straßenverkehr teilnehmen oder Sport treiben möchtest. Alkohol senkt die Konzentrationsfähigkeit und das Reaktionsvermögen. Alkohol ist auch eine der häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle.

Kein Alkohol in Kinderhand! Bereits geringe Mengen, wie sie z.B. zwei Esslöffel hochprozentiger Schnaps enthalten, können schwere Vergiftungen verursachen.

Ältere Menschen müssen besonders zurückhaltend sein mit Alkohol. Die Fähigkeit des Körpers, Alkohol zu vertragen und abzubauen, sinkt mit zunehmendem Lebensalter.

Lebe als Schwangere und in der Stillzeit alkoholfrei! Trinkt eine schwangere Frau Alkohol, gelangt dieser durch die Plazenta zum Embryo und greift die sich erst ausbildenden Nerven und Organe direkt an.

Kläre, ob du trotz Einnahme eines bestimmten Medikaments Alkohol trinken darfst. Zum einen kann Alkohol die gewünschte Wirkung des Medikaments beeinträchtigen oder sogar verhindern und zum anderen kann es zu vielfältigen Wechselwirkungen kommen. Besonders bei Psychopharmaka und illegalen Drogen vervielfacht sich die betäubende oder anregende Wirkung u. U. in gefährlicher Weise.

Kläre, ob du wegen besonderer gesundheitlicher Risiken abstinent oder besonders zurückhaltend sein solltest. Chronische Krankheiten können selbst durch geringe Mengen Alkohol ungünstig beeinflusst werden. Dazu gehören z. B. Diabetes, Lebererkrankungen sowie Depressionen und andere psychische Erkrankungen.

 

Häufige Fragen und Antworten haben wir von http://www.bzga.de/ entnommen.

 

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