Häufige Fragen zu Drogen

Fragen- und Antwortenkomplex zum Thema Drogen

Fragen zu Ecstasy

Fragen zu Amphetaminen

Fragen zu Kokain, Crack und Free base

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Fragen zu Heroin

Fragen zu LSD

Fragen zu Halluziogenen

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Fragen zu Cannabiskonsum

Fragen zu Schwangerschaft und Drogen

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Fragen zu Ecstasy

Was ist Ecstasy?

Ecstasy ist eine künstlich hergestellte Droge. Die Designerdroge wird auch als XTC, Adam oder Cadillac bezeichnet und löst im Gehirn Glücks- und Belohnungsgefühle aus.

 

Wie wirkt Ecstasy?

Ecstasy löst 20 bis 60 Minuten nach der Einnahme ein Glücksgefühl und eine innere Selbstzufriedenheit aus. Der Konsument fühlt sich angstfrei und empfindet ein verstärktes Selbstvertrauen. Der Abbau von Hemmungen verbessert seine Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit, ohne dass er die Selbstkontrolle verliert. Ohren und Augen nehmen Eindrücke stärker wahr, Berührungen werden intensiver empfunden. Schmerzen, Hunger und Durst werden verdrängt. Je nach Umgebung zieht sich der Konsument zurück oder wird aktiv wie zum Beispiel in Discos. Nachdem die Wirkungen abgeklungen sind, stellt sich ein Zustand körperlicher Erschöpfung ein, der unter Umständen von Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Niedergeschlagenheit und Angstzuständen begleitet werden kann.

 

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Was sind die Risiken von Ecstasy?

Ecstasy besaß lange den Ruf eine sichere Droge zu sein. Aufgrund von Todesfällen in der Techno-Szene in Verbindung mit Ecstasy und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen schätzt man heute das Risiko höher ein.

Nebenwirkungen und Risiken beim Gebrauch von Ecstasy sind stark abhängig von der Menge, die genommen wird. Aber auch Alter, Geschlecht, Körpergewicht, Gesundheitszustand (Nieren- und Leberfunktion), seelischer Zustand des Konsumenten sowie das soziale Umfeld beim Konsum beeinflussen die Reaktionen.

Die akuten Risiken liegen – neben der nicht immer abschätzbaren Wirkung infolge unbekannter Inhaltsstoffe – nach derzeitigen Erkenntnissen vor allem in den körperlichen Begleiterscheinungen. Bei starker körperlicher Aktivität aufgrund des Drogenkonsums kann es zu einem bedrohlichen Flüssigkeitsverlust kommen. Dieser kann zur Austrocknung und Überhitzung führen und muss mit Getränken ausgeglichen werden.

Weitere körperliche Nebenwirkungen können Übelkeit, Mundtrockenheit, Herzklopfen, Unruhe und Verspannungen der Kiefermuskeln sowie eine verstärkte Aktivität sein. Körpersignale wie Hunger, Durst und Müdigkeit werden nicht mehr wahrgenommen. Gleichzeitig können Geschicklichkeit und Feinmotorik beeinträchtigt sowie das Konzentrations- und Urteilsvermögen derart vermindert sein, dass die Teilnahme am Straßenverkehr eine zusätzliche Gefahr darstellt.

Das Risikopotential des Ecstasykonsums wird dadurch erhöht, dass die Kapseln oder Tabletten neben den spezifischen Wirkstoffen häufig auch Kombinationen verschiedener Drogen, Arzneimittel oder anderer Stoffe enthalten. Diese Mischungen können unter anderem zu extremen Kreislaufbelastungen, akuten Angstzuständen, Vergiftungen und allergischen Reaktionen führen. Der gleichzeitige Konsum von Ecstasy und Alkohol belastet insbesondere Leber und Nieren und verstärkt das gefährliche Austrocknen des Körpers.

 

Was sind die Folgeschäden und Nebenwirkungen von Ecstasy?

Neuere Studien weisen darauf hin, dass chronischer Ecstasykonsum zu dauerhaften Veränderungen im Gehirn führen kann. Noch zu bestätigende Befunde deuten zudem auf Wortfindungs-, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sowie auf eine eingeschränkte Lernfähigkeit hin. Darüber hinaus kann der Ecstasykonsum auch Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen, Diabetes, Lebererkrankungen, Epilepsie, Krampfleiden, Grüner Star und Schilddrüsenerkrankungen verstärken. Psychosen, Depressionen und Persönlichkeitsstörungen können nicht ausgeschlossen werden. Sie stehen aber meist in Verbindung mit bestehenden Erkrankungen.

 

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Macht Ecstasy abhängig?

Wie abhängig Ecstasy macht, ist umstritten. Das Absetzen führt zu psychischen Entzugserscheinungen wie Stimmungsschwankungen, depressiven Verstimmungen und dem starkem Wunsch nach der Droge. Starker Konsum führt dazu, dass es immer größere Mengen und häufigere Wiederholungen braucht um die gleiche Wirkung zu erhalten. Auch von einer Wirkungsumkehr wird berichtet: Nach häufigem Konsum lässt die positive Wirkung nach, während die negative Wirkung zunimmt.

 

Schädigt Ecstasy das Gehirn?

Definitive und irreversible Schädigungen des Gehirns sowie die Auslösung chronischer Erkrankungen wie der Parkinson-Krankheit durch Ecstasy-Gebrauch werden angenommen, konnten aber trotz entsprechender Versuche bisher nicht nachgewiesen werden.

Extrem hohe Dosierungen stehen weiterhin in Verdacht, auch beim Menschen bleibende neurologische Veränderungen auszulösen. Besonders Schlaf, Antrieb und Affektregulation werden durch langfristigen Ecstasy-Gebrauch beeinflusst. Der Einsatz neuster Verfahren konnte dabei geschlechtsspezifische Unterschiede nachweisen. Daher kann man annehmen, dass Frauen empfindlicher auf die gleiche Dosis XTC reagieren wie Männer. Verschiedene Untersuchungen weisen auch darauf hin, dass es zu längerfristigen Schädigungen kommen kann – etwa in Form von Denk-, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sowie eingeschränkter Lernfähigkeit.

Chronischer Gebrauch von Ecstasy kann zu langfristigen psychiatrischen Störungen (Psychosen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen) führen.

 

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Fragen zu Amphetaminen

Was ist alles drin in Amphetaminen?

Bei Amphetaminen handelt es sich um synthetisch hergestellter Substanzen. Die illegale Herstellung aus verschiedenen Grundstoffen erfolgt in privaten Labors.

Amphetamine bzw. Methamphetamine gibt es als Tabletten, Pulver oder in kristalliner Form. Sie können geschluckt oder geraucht, geschnupft sowie durch intravenöse Injektion zugeführt werden.

 

Welche Wirkungen haben Amphetaminen?

Niedrige Dosen von Amphetamin führen zu Euphorie, Rededrang und gesteigertem Selbstvertrauen. Es stellt sich ein Gefühl entspannter Aufmerksamkeit und der Stärke ein. Die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit werden erhöht, während gleichzeitig Müdigkeit und Schlafbedürfnis wie auch Appetit und Hungergefühl unterdrückt werden. Zu den körperlichen Wirkungen gehören eine Erweiterung der Bronchien sowie ein Anstieg von Pulsfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur. Mittlere bis hohe Dosen führen dagegen zu ausgeprägten Erregungszuständen, begleitet von Beschleunigter Atemfrequenz, Zittern, Unruhe und Schlafstörungen. Die Berührungsempfindung wird stärker, während das Schmerzempfinden sowie Hunger- und Durstgefühle abnehmen.

 

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Welche Risiken haben Amphetamine?

Das größte Risiko bei Amphetamingebrauch ist die Entwicklung einer psychischen Abhängigkeit. Die Suchtklassifizierung der Weltgesundheitsbehörde (WHO) beschreibt den Typus der Amphetamin-Abhängigkeit. Diese ist durch eine besonders starke psychische Abhängigkeit gekennzeichnet. Eine Gewöhnung an Amphetamine setzt relativ schnell ein (nach ein bis vier Wochen des Konsums). Dabei entsteht eine Toleranz hinsichtlich der Drogenwirkung, die eine Dosissteigerung notwendig macht.

Beim Absetzen der Amphetamine kommt es zu Entzugserscheinungen, die sich in Form von Mundtrockenheit, Schlaflosigkeit, Unruhe, aber auch in Form von Stimmungsschwankungen, Angststörungen, Depressivität und paranoid-psychotischer Reaktionen äussern können. Neben dem Abhängigkeitsrisiko führt der Konsum zu einer erhöhten Risikobereitschaft mit entsprechenden Folgeproblemen (Unfällen, Gewaltakten).

Eine Daueranwendung von Amphetaminen kann zu paradoxen Wirkungen führen. Häufig sind nach Langzeitgebrauch Konzentrationsstörungen, Hektik, Realitätsverlust, aber auch Persönlichkeitsveränderungen, Deliriumzustände und Halluzinationen festgestellt worden. Bei häufigem Gebrauch kann es bei Frauen zu Menstruationsstörungen kommen.

 

Wie wirken Amphetaminen im Zusammenhang mit anderen Drogen?

Amphetamine werden häufig in Verbindung mit anderen psychoaktiven Substanzen gebraucht. Der Konsum von Stimulanzien und dämpfenden Wirkstoffen (Barbiturate, Tranquilizer, Cannabis, Alkohol) soll die anregenden Effekte der Amphetamine zurücknehmen. Umgekehrt ist in der Drogenszene auch der Gebrauch von Amphetaminen (Speed) zur Antriebssteigerung nach dem Konsum von Opiaten und Cannabis bekannt. Wechselwirkungen können beim Mischkonsum mit nahezu sämtlichen Drogen auftreten. Besonders problematisch ist der Mix mit Alkohol, da die Alkoholwirkung weniger stark wahrgenommen wird

 

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Fragen zu Kokain, Crack und Free base

Wie wird Kokain konsumiert?

Kokain (genauer: Kokain-Hydrochlorid) kann geschnupft («Sniffen», «Koksen»), gespritzt oder auch gegessen werden. Nach bestimmten chemischen Veränderungen ist es auch rauchbar (als Crack oder Freebase).

Die meisten Kokainkonsumenten schnupfen das kristalline Pulver. Hierbei werden etwa 20-50 mg Kokainhydrochlorid aufgenommen. Für Injektionen wird das Kokain zuvor aufgelöst und anschließend intravenös verabreicht. Zum Rauchen wird die weiß-gelbliche Kokainbase in speziellen Glaspfeifen an der Flamme eines Feuerzeugs oder Gasbrenners erhitzt und im heißen Zustand inhaliert.

Das Ausmaß des aufputschenden Effekts hängt sowohl von der Person des Konsumenten selbst wie auch von der Dosis, der Art des Konsums und der Qualität des Stoffes ab. Der Wirkstoffgehalt des als Kokain verkauften Pulvers schwankt durchschnittlich zwischen 20-50%. Beim Schnupfen setzt die Wirkung nach wenigen Minuten ein. Nach etwa 30-60 Minuten wird die maximale Konzentration im Blut erreicht und die pharmakologische Wirkung hält bis zu einer Stunde an. Beim Spritzen oder Rauchen hingegen beginnt die Wirkung bereits nach wenigen Sekunden, da das Kokain über die Lunge sehr rasch vom Blutkreislauf aufgenommen wird bzw. bei der intravenösen Verabreichung unter Umgehung sämtlicher Resorptionsbarrieren das Gehirn erreicht. Allerdings verringert sich auch die Wirkdauer. So hält der durch das Rauchen von Freebase ausgelöste Rauschzustand nur etwa 5-10 Minuten an, bei Crack nur Sekunden.

 

Welche Wirkungen hat Kokain?

Kokain wirkt in pharmakologischer Hinsicht auf dreierlei Weise: Es stimuliert sehr stark die Psyche, hat einen wirksamen lokal betäubenden Effekt und verengt die Blutgefäße.

Besonders bei mittleren und kleineren Dosen hängt die psychische Wirkung des Kokains stark von individuellen Erwartungen, Stimmungen und Einflüssen aus der Umgebung ab.

Grundsätzlich wirkt Kokain körperlich und psychisch stimulierend. Daher ist Kokain allgemein als „Leistungsdroge“ bekannt, da es – zeitlich begrenzt – eine Leistungssteigerung und erhöhte körperliche Belastbarkeit bewirkt. Es dämpft das Hungergefühl, vermindert das Schlafbedürfnis und löst euphorische Gefühle aus. Die ihm zugeschriebene Lust- und Potenzsteigerung kann sich bei fortdauerndem Konsum allerdings ins Gegenteil umkehren, nämlich in sexuelles Desinteresse und Impotenz. Die durch das Kokain hervorgerufenen Rauschzustände verlaufen gewöhnlich in mehreren Stadien:

Euphorisches Stadium: Am Anfang steht das positiv erlebte, so genannte euphorische Stadium, das u.a. von gehobener Stimmung, erhöhtem Selbstwertgefühl, gesteigertem Antrieb und Denken sowie stärkerer Sinneswahrnehmung und Kreativität gekennzeichnet ist. Der Konsument fühlt sich sorglos, verliert soziale und sexuelle Hemmungen und empfindet ein vermindertes Schlafbedürfnis bei gleichzeitig erhöhter Libido. Gelegentlich treten auch einfache Halluzinationen und Pseudohalluzinationen auf.

Rauschstadium: Nach etwa 20-60 Minuten klingt die euphorische Phase ab. Nun können zu den beschriebenen Wahrnehmungen ängstlich paranoide Stimmungen hinzutreten, die vor allem mit akustischen, manchmal auch mit optischen Halluzinationen einhergehen.

Depressives Stadium: Diese dritte Phase des Kokainrausches wird vor allem von Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Erschöpfung bis hin zu Angstzuständen, Schuldgefühlen, Selbstvorwürfen und Suizidgedanken gekennzeichnet.

 

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Welche akuten Risiken gibt es beim Kokainkonsum?

Bei kurzzeitigem Gebrauch in relativ niedrigen Dosen führt diese zentralnervöse Stimulation zu einer gesteigerten Aufmerksamkeit und motorischen Hyperaktivität und zu einem Anstieg von Pulsfrequenz, Blutdruck, Körpertemperatur, Atemfrequenz und Atemtiefe.

Die Risiken des Kokainkonsums liegen vor allem in der Gefahr einer sich schnell einstellenden psychischen Abhängigkeit und den damit verbundenen Folgen. Die akuten Risiken und Folgen des Kokainkonsums unterscheiden sich je nach Form, Dosis und Dauer des Konsums. Je schneller die Substanz vom Körper aufgenommen wird, desto gefährlicher ist der Konsum. Eine unmittelbare Lebensgefahr kann also insbesondere nach intravenöser Injektion und beim Rauchen entstehen, da bei beiden Konsumformen die Aufnahme des Kokains in Sekundenschnelle erfolgt. Gleichzeitig bergen beide Konsumformen noch andere Gefahren: Beim Injizieren des aufgelösten Kokains können Verunreinigungen und hinzugefügte Streckmittel gefährliche Nebenwirkungen hervorrufen, und beim Crackrauchen gehören Schädigungen der Atmungsorgane, insbesondere der Lunge, zu den typischen Folgeerscheinungen. So kommt es bei der so genannten „Crack-Lunge“ u.a. zu Sauerstoffmangel im Blut oder Blutspucken infolge einer Lungenblutung. Aber auch beim Schnupfen sind infolge von Überdosierungen oder Unverträglichkeiten akut lebensbedrohliche Reaktionen bis hin zum Tod möglich. Bei Überempfindlichkeit kann bereits eine geringe Dosis Kokain einen so genannten Kokainschock hervorrufen, der sich u.a. durch Blässe, kalten Schweiss und Atemnot ankündigt und zu schwerem Kreislaufversagen führen kann. Überdosierungen dagegen können eine Kokainvergiftung in Form zentralnervöser Übererregung bewirken. Dies kann u.a. zum zunehmenden Verlust der Koordinationsfähigkeit, zu Verwirrtheit, Unruhe und zerebralen Krampfanfällen mit Bewusstseinsstörungen, zu schwerem Kreislaufversagen, zur Bewusstlosigkeit und zum Tod durch Atemlähmung führen.

 

Was sind Folgeschäden dauerhaften Kokainkonsums?

Durch chronischen Gebrauch von Kokain kommt es dagegen zu nachhaltigen Störungen des Nervensystems, auf die zumindest teilweise die typischen Persönlichkeitsveränderungen bei Kokainabhängigen zurückzuführen sind.

Körperliche Folgen:

Zu den wesentlichen körperlichen Beeinträchtigungen zählen die Schwächung der körperlichen Widerstandskraft, eine verminderte Belastbarkeit, starker Gewichtsverlust sowie Schädigungen der Blutgefäße und verschiedener Organe wie Leber, Herz und Nieren. Durch das Rauchen von Crack oder Freebase werden insbesondere die Atmungsorgane in Mitleidenschaft gezogen, während regelmäßiges Schnupfen von Kokain vor allem Nasenschleimhäute und Nasennebenhöhlen schädigt und zu chronischem Nasenbluten sowie zu einer Verminderung des Geruchs- und Geschmackssinns führen kann. Auf Dauer können sich jedoch auch hierbei chronische Erkrankungen der Atmungsorgane einstellen. Verunreinigungen des Stoffes können durch das Spritzen von Kokain schwere lokale Infektionen hervorrufen. Bei der Verwendung von gemeinsam genutzten Spritzen besteht darüber hinaus die Gefahr, dass Infektionskrankheiten wie HIV oder Hepatitis übertragen werden.

Während der Schwangerschaft kann Kokainkonsum zu Früh- oder Totgeburten wie auch zu massiven Reifungs- und Wachstumsstörungen des Fötus führen, die u.a. Fehlentwicklungen des Gehirns und anderer Organe zur Folge haben.

Psychische Folgen:

Als gravierende psychische Folgen zeigen sich bei Dauerkonsumenten u.a. ausgeprägte Verstimmungen, sexuelle Funktionsstörungen, Schlafstörungen, Depressionen, Angst, Befürchtungen des Kontrollverlusts, Misstrauen, Antriebs- und Konzentrationsstörungen, verstärkte Reizbarkeit, Aggressivität und Verwirrtheit. In manchen Fällen kann sich eine Kokainpsychose entwickeln, bei der es zu paranoiden Wahnvorstellungen, einer Beeinträchtigung des Realitätsbezugs sowie zu optischen, akustischen und taktilen Halluzinationen kommen kann. Charakteristisch ist ein Dermatozoenwahn, bei dem der Konsument davon überzeugt ist, Insekten krabbelten unter seiner Haut. Diese Psychosen können chronisch werden.

Soziale Folgen:

Bei dauerhaftem Kokainkonsum sind zudem nachhaltige Persönlichkeitsveränderungen zu beobachten, wie antisoziales und narzisstisches Verhalten, Angststörungen, Reizbarkeit, innere Unruhe, starke psychomotorische Erregung sowie Ess- und Schlafstörungen.

Neben den möglichen strafrechtlichen und auch finanziellen Problemen infolge des Kokainkonsums sind es vor allem die bei einem Dauerkonsum auftretenden ausgeprägten Kontaktstörungen und die Tendenz zur Selbstisolation, die das Zerbrechen jeglicher sozialer Bindungen zur Folge haben können.

 

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Wie lange ist Kokain nachweisbar?

In Reinform ist Kokain nach rund sechs Stunden die Substanz weitgehend abgebaut. Nach einigen Tagen ist der Konsum im Körper (Ausnahme: Haare) nicht mehr nachweisbar, da er je nach Einnahmeart innerhalb von ein bis drei Tagen über die Nieren ausgeschieden ist. Dies gilt allerdings nicht für den chronischen Konsum: hier sind Rückstände bis zu drei Wochen erkennbar.

 

Macht Kokain abhängig?

Dass beim Schnupfen von Kokain kaum Symptome einer körperlichen Abhängigkeit auftreten,

ist angesichts der ausgeprägten psychischen Abhängigkeit eher zweitrangig. Das Hauptproblem ist beim dauerhaften und intensiven Kokaingebrauch die Entstehung einer schweren psychischen Abhängigkeit . Das Rauchen und Spritzen von Kokain und besonders der Derivate Crack und Freebase führt darüber hinaus zu einer körperlichen Abhängigkeit.

Bei der Einnahme von hohen Dosen Kokain und insbesondere beim Crackrauchen kann sich bereits innerhalb weniger Wochen eine starke psychische Abhängigkeit entwickeln, die sich vor allem in der ausgeprägten Tendenz zur Dosissteigerung zeigt. Beim Absetzen von Kokain kommt es zu Entzugssymptomen wie Müdigkeit, Erschöpfung, Depressionen, allgemeiner Verstimmung, mangelnder Energie und sexueller Lustlosigkeit, gefolgt von einem starken Schlafbedürfnis, dem so genannten Crash. Diese Symptome können über Wochen andauern. Noch weit über diesen Zeitraum hinaus besteht jedoch ein starkes Verlangen nach der Substanz (Craving), was die Rückfallgefahr entsprechend vergrößert.

Aufgrund der Gewöhnung an die Substanz entwickelt sich bei regelmäßigem Kokainkonsum eine Toleranz, die bis zu einer gewissen Höchstmenge zu immer höheren Dosierungen führt. In Konsumpausen bildet sich diese Toleranz wieder zurück.

 

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Speedball

Jeder Mischkonsum verschiedener Drogen birgt einerseits die Risiken der einzelnen Substanz, andererseits aber auch das spezielle Risiko der Kombination der jeweiligen Substanzen. So verstärken z.B. Nikotin und Kokain gegenseitig ihre gefäßverengende Wirkung und erhöhen dadurch die Gefahr z.B. eines Schlaganfalls. Ein Mischkonsum mit anderen Substanzen wie Alkohol, Ecstasy oder LSD kann zu völligem Kontrollverlust und zum Kollaps führen. Als besonders gefährlich gilt die als Speedball bezeichnete Mischung aus Heroin und Kokain. Durch die mögliche zusätzliche Heroinabhängigkeit ist sehr schnell auch eine starke körperliche Abhängigkeit vorhanden. Zur Milderung von Angstsyndromen als unerwünschte Effekte des Kokainkonsums werden oft auch Benzodiazepine genommen. Diese haben selber negative Folgewirkungen und ein hohes Abhängigkeitspotenzial.

 

Fragen zu Heroin Crack und Free base

Was ist Heroin?

Heroin gehört zu der Substanzgruppe der Opiate und Opioide. Ausgangsstoff für die Heroinherstellung ist das Rohopium, das durch Anritzen der unreifen Fruchtkapseln des Schlafmohns gewonnen wird. Durch verschiedene chemische Prozesse wird schließlich Heroin hergestellt.

Das auf dem illegalen Markt erhältliche Heroin wird in verschiedenen Qualitäten angeboten und enthält noch weitere hinzugemischte Substanzen. Der Wirkstoffgehalt schwankt stark

 

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Wurden Opiate in der Medizin verwendet?

1806 gelang es dem deutschen Apotheker Friedrich Wilhelm Sertürner erstmals, den Hauptwirkstoff des Opiums – das Morphin – zu isolieren. 1828 wurde die Substanz von der Firma Merck als stark wirkendes Schmerzmittel auf den Markt gebracht. Im deutsch-französischen Krieg 1870/71 wurde Morphium in großem Umfang bei der Behandlung von Verwundeten eingesetzt, mit der Folge, dass zahlreiche Verwundete morphinabhängig wurden. 1874 wurde erstmals das so genannte Diamorphin synthetisiert, mit dem Ziel, ein ähnlich schmerzstillendes Mittel aber ohne Abhängigkeitspotenzial zu schaffen, 1898 wurde es von den Aktiengesellschaften Farben (heute: Bayer) in großem Maßstab hergestellt und unter dem Namen Heroin als Mittel gegen Husten, als Schmerzmittel, zur Behandlung von Morphiumabhängigkeit u.a.m. vermarktet. Es stellte sich jedoch heraus, dass dieses Mittel um ein Vielfaches stärker als Morphin ist, und auch ein wesentlich höheres Abhängigkeitspotenzial besitzt. Aufgrund dessen wurde Heroin zunächst als verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel eingestuft und internationalen Handelsbeschränkungen unterworfen, bevor es schließlich in den meisten Ländern verboten wurde.

Mit dem Verbot der Substanz setzte gleichzeitig der illegale Handel mit Heroin ein. Mit in Westdeutschland stationierten US-Soldaten trat 1968 erneut Heroin in Deutschland auf. Im April 1971 wurde Heroin in Deutschland verboten.

 

Wie wirkt Heroin?

Mitentscheidend für die Wirkung des Heroins sind vor allem der Grundzustand und die Bedürfnisse des Konsumenten. In der Regel wirkt Heroin beruhigend, entspannend und schmerzlösend, gleichzeitig bewusstseinsmindernd und stark euphorisierend. Heroin dämpft die geistige Aktivität und beseitigt negative Empfindungen wie Angst, Unlust und Leere. Probleme, Konflikte und Belastungen des Alltags werden nicht mehr als solche wahrgenommen, unangenehme Wahrnehmungen und Reize werden ausgeblendet. Der Konsument fühlt sich glücklich und zufrieden. Die Wirkungen treten bereits kurz nach der Verabreichung ein.

Heroin vermindert: Schmerz, Angst und Depressionen, Hustenreiz und Atembeschwerden, Durchfall

Heroin steigert die Euphorie, das Wohlbefinden und die Selbstzufriedenheit.

Heroin beruhigt.

Heroin löst nach wenigen Sekunden den so genannten «Flash» aus. Danach stellt sich ein Zustand der Beruhigung ein. Die Droge stillt Schmerzen und versetzt in eine euphorische Stimmung. Heroin wirkt auch erregend auf das Zentralnervensystem. Das Selbstvertrauen nimmt zu, Ängstlichkeit und Anspannung treten in den Hintergrund.

Bei intravenöser Injektion erreicht der Wirkstoff über die Blutbahn sehr rasch das Gehirn und wirkt unmittelbar auf das zentrale Nervensystem.

Eine Heroindosis wirkt fünf bis acht Stunden nach der Einnahme nur noch halb so stark. Die Ausscheidung der Substanz erfolgt vorwiegend mit dem Harn. Heroin ist im Urin schwer nachweisbar.

 

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Welche Risiken hat der Heroinkonsum?

Neben der Gefahr einer schnellen Abhängigkeit und den damit verbundenen körperlichen und sozialen Konsequenzen, hat Heroin auch eine Reihe akuter Risiken. Dies wird vor allem auf seine starke Wirksamkei tzurückgeführt. Die toxische Wirkung setzt bereits bei 5 mg ein, wenn jemand nicht an die Substanz gewöhnt ist. Auch eine zuvor gewohnte Dosis kann nach kurzzeitigem körperlichen Entzug bereits zu schwerwiegenden bis tödlich endenden Komplikationen führen. Heroinkonsum kann mit einer tödlichen Vergiftung enden.

Eine Heroinvergiftung zeigt sich in Bewusstlosigkeit, Atemdepression und Kreislaufversagen mit Verlangsamung der Herztätigkeit. Die meisten Todesfälle infolge einer Überdosierung sind auf die Lähmung des Atemzentrums zurückzuführen. Lungenödeme und Embolien können ebenfalls als Folge einer Heroinvergiftung auftreten. Heroin wird auf dem illegalen Markt in sehr unterschiedlichen Qualitäten gehandelt. Der Konsument kann die jeweilige Qualität kaum bestimmen bzw. kontrollieren. Daher kann es aufgrund besonders reinen Heroins oder infolge giftiger Beimengungen zu einer tödlichen Überdosis kommen.

Ein weiteres hohes Risiko, sich beispielsweise mit Geschlechtskrankheiten, HIV oder Hepatitis zu infizieren, entsteht durch den Gebrauch nicht steriler Spritzen.. (DHS)

 

Welche langfristigen Folgen entstehen durch den Heroinkonsum?

Heroinkonsum führt vor allem zu zahlreichen schweren Folgestörungen körperlicher und sozialer Art. Ein großer Teil der körperlichen Folgeschäden steht dabei in engem Zusammenhang mit der speziellen Verabreichungsform des Spritzens und der allgemein gesundheitsbelastenden Lebensweise Heroinabhängiger. Zu den häufigsten gesundheitlichen Folgeschäden gehören Leberschäden sowie Magen- und Darmstörungen bis hin zum Darmverschluss, starke Gebissveränderungen durch Karies und Zahnausfall sowie Erkrankungen der Atemorgane, insbesondere der Lunge. Infolge der intravenösen Verabreichung kommt es häufig zu lokalen Infektionen, beispielsweise in Form von Abszessen oder Entzündungen von Lymphgefäßen oder Zellgewebe. Darüber hinaus kann es zu schweren Schädigungen der Venen und zu Herzentzündungen kommen. Nicht selten ziehen sich Konsumenten im Rauschzustand oder im Rahmen von Hirnkrämpfen Arm-, Bein- oder Schädelbrüche zu. Bei Männern kann es zudem zu Potenzstörungen, bei Frauen zu Menstruationsstörungen kommen.

Neben diesen schwerwiegenden körperlichen Folgen können mit dem chronischen Heroinkonsum vor allem Veränderungen der Persönlichkeit und der sozialen Situation verbunden sein. Aufgrund des hohen Bedarfs an Heroin und den damit verbundenen Kosten kann es zu Beschaffungskriminalität und Prostitution kommen.

 

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Wie entsteht die Heroinabhängigkeit?

Heroin gilt als das Suchtmittel mit dem höchsten Abhängigkeitspotenzial – sowohl hinsichtlich der körperlichen als auch der psychischen Abhängigkeit. Bereits nach kurzzeitigem regelmäßigem Heroinkonsum kann eine Abhängigkeit entstehen. Hinzu kommt eine sehr rasche Gewöhnung und Toleranzbildung. Als Folge muss die Substanz dem Körper in immer kürzeren Abständen und in immer höheren Dosen zugeführt werden, um den Entzugserscheinungen entgegenzuwirken. Entzugserscheinungen sind dabei leichte Symptomen wie Schwitzen, Frieren und Zittern bis hin zu starken Gliederschmerzen, Schlafstörungen und schweren Kreislaufzusammenbrüchen.

 

Was sind Entzugserscheinungen?

Heroin hat ein extrem hohes Abhängigkeitspotenzial. Eine Abhängigkeit von Heroin bedeutet daher auch starke Entzugserscheinungen bei Beendigung oder Reduktion des Konsums.

Ein Entzug bringt sowohl körperliche als auch psychosomatische Entzugserscheinungen mit sich. Diese reichen von verhältnismäßig leichten Symptomen wie Schwitzen, Frieren und Zittern bis hin zu starken Gliederschmerzen, Schlafstörungen und Kreislaufzusammenbrüchen.

Ein «kalter Entzug» wird ohne Unterstützung durch Medikamente durchgeführt. Seine Symptome beginnen etwa acht Stunden nach dem letzten Heroinkonsum, erreichen 36 bis 72 Stunden nach der letzten Injektion ihren Höhepunkt und sind nach sieben bis zehn Tagen überstanden. In einem «warmen Entzug» werden die Entzugserscheinungen durch Medikamente gelindert.

 

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Fragen zu LSD

Was ist LSD?

LSD (LysergSäureDiäthylamid) wurde 1943 von Albert Hofmann entdeckt. Es gehört zu den halluzinogen wirkenden Drogen. Es wird meist halbsynthetisch aus dem Mutterkorn gewonnen, einem Pilz, der auf Getreide wächst.

LSD ist eine farb-, geruchs- und geschmacklose Lösung, die auf verschiedene Trägerstoffe, z.B. auf Löschpapier (Pappen, Tickets) aufgetragen wird oder als Mikrotablette (Micros) erhältlich ist. LSD ist ein sehr flüchtiger Stoff, d.h. bei Luft-, Licht- und Feuchtigkeitszufuhr verlieren die Tickets innerhalb weniger Wochen völlig an Wirkung.

Die Aufnahme von LSD erfolgt über die Schleimhäute.

 

Wie wirkt LSD?

Das Schlucken von LSD führt nach 20 bis 60 Minuten zu körperlichen Symptomen wie beschleunigtem Herzschlag, Blutdruckabfall und Hitzewallungen. Auch Schwindelgefühle und Bewegungsstörungen sind möglich. Die ersten psychischen Wirkungen treten erst eine bis drei Stunden nach der Einnahme auf und können fünf bis zwölf Stunden dauern. Innere Unruhe, Töne, Farben, Gefühle werden verändert wahrgenommen, Gegenstände hinterlassen Spuren, es wird auch von „Wahrnehmungsverschiebungen“ berichtet.

Je nach Dosierung kommt es zu unterschiedlich starken Halluzinationen. Weiterhin sind Empfindungen wie euphorische Grundstimmung, verändertes Zeitempfinden, „man steht neben sich“, „man sieht, was man tut, kann aber nicht wirklich eingreifen“, möglich.

LSD wirkt bei vielen Konsumenten bewusstseinserweiternd. Das Selbstwertgefühl wird gesteigert.

Halluzinogene haben eine ‚die Seele offenbarende‘ Wirkung – können verdrängte (auch negative) Erlebnisse wieder bewusst machen, was zu sogn. „Horrortrips“ führen und Psychosen auslösen kann.

Nach ca. 6-12 h klingt die Wirkung ab, was von innerer Unruhe begleitet sein kann

Der Rauschzustand ist sehr stark abhängig vom persönlichen inneren Zustand und vom Umfeld!

 

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Was sind die Risiken von LSD?

Der Konsum von LSD hat zahlreiche körperliche und psychische Risiken. Akut kann es zu Blutdruckanstieg, Schwindel, Kälte- und Hitzewallungen kommen, das Herz schlägt schneller. Es können Wahnzustände auftreten. Es besteht die Möglichkeit von Unfällen durch Fehlreaktionen auf nichtals solche erkannte Sinnestäuschungen und Halluzinationen. Es kann zu selbstzerstörerischen Handlungen aufgrund von Selbstüberschätzungen kommen, z.B. weil man glaubt durch ein Auto hindurchgehen zu können oder fliegen zu können.

Es kann zu starken Verwirrungszuständen oder den sog. „Horrortrips“ kommen. Es besteht die Gefahr, sich selbst zu verletzen. Bereits vorhandene psychische Störungen können ausbrechen.

Nach Abklingen der Wirkung können noch einige Tage Nachwirkungen, wie zum Beispiel Übelkeit, Müdigkeit, Depressionen und ein Erschöpfungsgefühl festgestellt werden.

Wiederkehrende Rauscherscheinungen ohne Drogeneinnahme können auftreten (Nachhall- oder Echo-Effekt, Flashback).

 

Was sind die Langzeitfolgen von LSD?

Die Auslösung von Psychosen ist möglich.

Auch bei einmaliger Anwendung kann die Leistungsfähigkeit des Konsumenten längerfristig gestört werden. Es besteht die Gefahr sich von der realen Welt zu lösen.

Bei Überdosierung können Gefäßkrämpfe, Herzstillstand und Atemlähmung auftreten.

Es gibt eine Toleranzausbildung so dass die Dosis erhöht werden muss oder eine Konsumpause eingelegt werden muss, um die gleiche Wirkung zu erzielen.

Sogn. „Flashbacks“, bei denen völlig unerwartete Rauschzustände auch Wochen nach der letzten Einnahme auftreten, wurden beobachtet. Es kann zu länger anhaltenden mentalen Störungen, wie z.B. Wahrnehmungsveränderungen oder Halluzinationen, kommen, die bis zu 3 Wochen nach dem Konsum andauern.

 

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Gibt es Wechselwirkungen von LSD mit anderen Suchtmitteln?

Ja. Die Einnahme von LSD zusammen mit anderen Suchmitteln verstärkt wechselseitig die Risiken. Jeder Mischkonsum von LSD mit anderen Drogen birgt einerseits die Risiken der einzelnen Substanz, andererseits aber auch das zusätzliche Risiko der Kombination der jeweiligen Substanzen.

 

Fragen zu Halluzinogenen

Welche Substanzen gehören zu den Halluzinogenen?

Zu den Halluzinogenen gehören verschiedene Substanzen, von denen hier eine Auswahlt genannt werden soll:

Psilocybin (Zauberpilze, «Magic Mushrooms», «Psilos»): Die Pilzgattung Psilocybe zählt mit über 80 Arten (z.B. dem Kahlkopf und dem Teonanacatl) zur Familie der Pilze. Die Wirkstoffe Psilocybin und Psilocin sind chemisch mit dem LSD verwandt und entfalten eine ähnliche Wirkung.

Nachtschattengewächse: Zu den bekanntesten halluzinogenen Pilzen zählt der Fliegenpilz. Fliegenpilze werden frisch gegessen, häufiger aber getrocknet geraucht oder abgekocht als Sud getrunken. Der Konsum führt nach einer bis drei Stunden zu halluzinogenen Wirkungen. Einige Pflanzen aus der Familie der Nachtschattengewächse (Engelstrompete, Tollkirsche, Alraune, Bilsenkraut, Stechapfel) enthalten sehr giftige psychoaktive Alkaloide wie Atropin und Scopolamin. Nachtschattendrogen werden gegessen, als Tee getrunken, als Salben zubereitet oder geraucht. Die Wirkung tritt nach 30 bis 45 Minuten ein und kann je nach Dosis fünf Stunden bis zehn Tage dauern.

Meskalin: Vor allem in Mittelamerika findet sich eine Reihe von Kaktusgewächsen mit halluzinogenen Wirkstoffen. Am besten bekannt ist der Peyote-Kaktus, auch «mexikanischer Zauberkaktus» genannt. Sein wichtigster Wirkstoff ist Meskalin. Ähnliche Wirkungen und Risken wie beim LSD können bereits 15 bis 30 Minuten nach der Einnahme auftreten, die halluzinatorischen Rauscheffekte stellen sich nach ein bis zwei Stunden ein. Die Wirkung dauert meist acht bis zwölf Stunden.

2C-B und 2C-I: Dies sind Abkürzungen für zwei Substanzen, die künstlich aus Meskalin hergestellt und meist in Pillenform geschluckt oder als Pulver geschnupft werden. Die Wirkung setzt fünf bis zehn Minuten nach dem Schnupfen bzw. 30 bis 60 Minuten nach dem Schlucken ein, erreicht ihren Höhepunkt nach einer bis anderthalb Stunden und dauert vier bis acht (2C-B) oder sechs bis zehn (2C-I) Stunden.

DOM und DOB: zwei chemisch aus Amphetamin abgeleitete Stoffe, die mit Meskalin verwandt sind. Sie werden meist als «Filze» (kleine, in der psychoaktiven Substanz getränkte Fliesspapierstücke) oder in flüssiger Form geschluckt. Die Wirkung von DOM dauert 14 bis 20 Stunden, jene von DOB sogar bis zu 30 Stunden. Erst nach ungefähr einer Stunde setzen erste Effekte ein, der volle Rausch entfaltet sich nach drei Stunden.

Ketamin («K»): Ketamin ist ein Narkosemittel, das chemisch mit der Droge PCP («Angel Dust») verwandt ist. Ketamin hat betäubende, halluzinogene, stimulierende und zugleich lähmende Wirkung. Ketamin wird gespritzt, geschluckt oder geschnupft. Je nach Konsumform tritt die Wirkung nach zwei bis 20 Minuten ein und dauert eine halbe bis drei Stunden.

 

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Wie wirken Halluzinogene?

Die Wirkung von Halluzinogenen kann je nach Dosis, Konsumform, Merkmalen der konsumierenden Person und Konsumsituation sehr unterschiedlich sein. Viele Konsumierende sehen Bilder (Halluzinationen) oder hören Stimmen. Das Raum-Zeit-Empfinden und das Gefühlsleben können sich verändern. Gesprächigkeit und Offenheit kann zunehmen.

Möglich sind Trance-Erlebnisse und religiöse oder mystische Erfahrungen, Ekstasen und Zustände meditativer Konzentration. Manche Substanzen können sexuell stimulierend wirken. Neben «positiver Ich-Auflösung» (ein angenehm erlebter Verlust der Selbst- und Realitätskontrolle) können halluzinogene Drogen auch eine «negative Ich-Auflösung» (Horrortrip) zur Folge haben.

 

Was sind die Gefahren und Risiken des Konsums von Halluzinogenen?

Es besteht die Gefahr, dass – auch bei einmaligem Konsum – bisher latent/verborgen vorhandene Psychosen ausgelöst werden können.

Möglichen körperliche Risiken sind unter anderem: erst Beschleunigung, später dann Verlangsamung des Pulses, Herzrasen, Blutdruckabfall, Schwächegefühl, Atemnot, Schwankungen der Körpertemperatur, vermehrtes Schwitzen, Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen, Übelkeit, Erbrechen und Magenkrämpfe (bei Pilzvergiftungen), Krampfanfälle, Starrheit der Pupillen, Hautreizungen.

Eine Überdosis ist lebensbedrohlich. Zu den möglichen Todesursachen gehören Überhitzung, Nieren-, Leber- und Herz-Kreislaufversagen.

Psychische Risiken: Verwirrtheit, Einschränkung der Merkfähigkeit, der Konzentration, der Aufmerksamkeit; Sprunghaftes Denken, Sprach- und Sehstörungen, Verlust der Selbst- und Realitätskontrolle. Es können dauerhafte Flashbacks (Rauschzustände, die völlig unerwartet auch Wochen nach der letzten Einnahme auftreten) und chronische Sehstörungen auftreten.

Die Dosierung von Halluzinogenen ist sehr schwierig und individuell unterschiedlich. Es wird von Überdosierungen mit gefährlichen und lebensbedrohlichen Folgen aufgrund der langsamen Wirkung berichtet: Es wurde nachdosiert, da nach einer gewissen Zeit keine Wirkung verspürt wurde, die dann doch noch und zusammen mit der Wirkung der nachdosierten Substanz eintrat.

Es gibt neben den genannten Risiken noch weitere Gefahren bei der Einnahme von Halluzinogenen.

Bei regelmäßigem Konsum vermindert sich die Wirkung des eingenommenen Halluzinogens, es kommt zu einer Toleranzbildung. Auch kann es zu einer Kreuztoleranz kommen, d. h. der Körper gewöhnt sich nicht nur an das eingenommene Halluzinogen, sondern auch an andere, so dass sich deren Wirkung ebenfalls vermindert.

 

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Ist der Konsum pflanzlicher Halluzinogene weniger gefährlich als der Konsum chemisch hergestellter Drogen?

Nein. Der Konsum pflanzlicher Halluzinogene hat ein hohes Risiko, da die Wirkstoffmenge in den Pflanzen unterschiedlich ist und nicht vorab eingeschätzt werden kann.

 

Fragen zu Cannabis

Kann Cannabiskonsum abhängig machen?

Antwort: Ja. Starker Cannabiskonsum kann zu einer psychischen (»seelischen«) Abhängigkeit von dieser Substanz führen. Man hat das Gefühl, ohne den Stoff nicht mehr auskommen zu können. Es gelingt nicht mehr, den Konsum zu reduzieren oder ganz einzustellen. In der Regel ist eine Abhängigkeit mit negativen psychischen (zum Beispiel Lustlosigkeit, depressive Phasen, Realitätsverlust) und sozialen (Schulprobleme, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, Vernachlässigung sozialer Kontakte) Auswirkungen verbunden. Die Abhängigkeit kann nur durch einen radikalen Konsumverzicht (Abstinenz) und meist nur mit fremder Hilfe (Beratung und Therapie) überwunden werden. Heute geht man davon aus, dass bei etwa fünf Prozent der Cannabiskonsumenten eine Abhängigkeit entsteht.

 

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Ich kann ohne Cannabiskonsum nicht mehr schlafen – was kann ich tun?

Antwort: Wenn man regelmäßig Haschisch oder Marihuana rauchen muss, um ein- oder durchschlafen zu können, verwendet man die Droge wie ein Medikament. Dadurch wird aber die (meist seelisch bedingte) Ursache der Schlaflosigkeit nicht beseitigt. Dieser »funktionale Drogenkonsum« ist riskant, weil er einerseits die Lösung der ursächlichen Probleme verzögert oder verhindert und gleichzeitig über die Regelmäßigkeit des Konsums die Entwicklung einer Abhängigkeit begünstigt. Häufig ist auch starker Cannabiskonsum selbst die Ursache für Schlaflosigkeit. Die normale Spannungsregulation mit Phasen der Aktivität und Ruhe wird durch die stark entspannende Droge Cannabis aus dem Gleichgewicht gebracht – starke Kiffer können dann tatsächlich nur einschlafen, wenn sie vorher etwas rauchen. In jedem Fall ist es ein ernst zu nehmendes Problem, mit dem man sich an eine Suchtberatungsstelle oder seinen Hausarzt wenden sollte.

 

Ist bei Cannabisabhängigkeit eine stationäre Therapie notwendig?

Antwort: Nicht in jedem Fall. Wenn aber ernsthafte Ausstiegsversuche mit ambulanter therapeutischer Hilfe (zum Beispiel durch Suchtberatungs- und Behandlungsstellen) scheitern, kann eine stationäre Therapie hilfreich sein. Diese Therapie wird in stationären Rehabilitationskliniken für Abhängigkeitserkrankungen, in besonderen Fällen auch in psychosomatischen Kliniken, durchgeführt. Neben den besonders intensiven therapeutischen Möglichkeiten trägt die Herauslösung aus dem bisherigen sozialen Umfeld und die Unterstützung durch die Gruppe (die »therapeutische Gemeinschaft«) dazu bei, die Abhängigkeit aufgeben zu können. Suchtberatungsstellen sind die richtigen Ansprechpartner, um Möglichkeiten der Hilfe zu klären und diese einzuleiten.

 

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Ich kiffe ab und zu nach der Arbeit/Schule, so wie andere ihr Bier trinken; wo ist da der Unterschied?

Antwort: Es macht keinen Sinn, die Gefährlichkeit von Cannabis und Alkohol gegeneinander aufzurechnen. Beim gelegentlichen »Genuss« von Alkohol oder Cannabis bestehen in gesundheitlicher Hinsicht bei beiden Drogen nur geringe Risiken.

Wird aber Alkohol oder Cannabis regelmäßig zu bestimmten Anlässen (zum Beispiel nach der Arbeit/Schule) konsumiert, ist es naheliegend, dass ein bestimmter, erwünschter Zustand – wie Entspannung – nur auf diese Weise erreicht werden kann. Es besteht die Gefahr, dass andere Möglichkeiten sich zu entspannen verloren gehen oder gar nicht erst entwickelt werden. Der Drogenkonsum wird so zur Gewohnheit – und wird schließlich unverzichtbar. Eventuell bestehende Probleme bei der Arbeit oder in der Schule, können sich hinter dem Bedürfnis verbergen, sich »dichtzumachen. Der Konsum verhindert, dass sie wahrgenommen und konstruktiv bearbeitet werden können.

 

Mein/-e Sohn/Tochter sagt, dass alle in ihrer Clique kiffen. Wir sind unsicher, welche Grenzen und Verbote heute noch angemessen sind?

Antwort: Cannabiskonsum ist unter Jugendlichen in den vergangenen Jahren weit verbreitet. Es gehört für viele zum jugendtypischen Verhalten, neben Tabak und Alkohol auch Cannabis auszuprobieren. Bei den meisten Jugendlichen ist Cannabiskonsum eine vorübergehende Erscheinung. Wie bei der Frage des Konsums jeden Suchtstoffes sollten Sie sich als Eltern ihre eigene persönliche Haltung erarbeiten und diese Ihren Kindern vermitteln. Versuchen Sie, im Gespräch zu bleiben, auch wenn Sie eine andere Einstellung als Ihre Kinder haben. Beratungsstellen sind Ihnen bei der Abklärung des Gefährdungspotenzials und der individuellen Risiken gerne behilflich. Wichtig ist, wie in anderen Erziehungsfragen auch, zusammen mit Ihrem/Ihrer Partner/-in eine gemeinsame Haltung zu vertreten und Regeln des Zusammenlebens zu finden, die für alle verbindlich sind.

 

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Fragen zu Schwangerschaft und Drogen

Welche Risiken entstehen durch Alkohol in der Schwangerschaft?

Alkoholkonsum während der Schwangerschaft kann zu schwersten Schädigungen des Kindes führen. Bekannt ist z.B. das fötale Alkoholsyndrom, das körperliche Missbildungen und geistige Behinderung des Kindes bei Alkoholmissbrauch der Mutter während der Schwangerschaft bezeichnet.

 

Welche Risiken entstehen durch Tabak in der Schwangerschaft?

Die Fruchtbarkeit von rauchenden Frauen und vermutlich auch die Qualität der Spermien von rauchenden Männern sind herabgesetzt. Das Zigarettenrauchen erhöht die Sterblichkeit von Föten und Neugeborenen und vermindert das Geburtsgewicht Neugeborener. Auch das Risiko einer Fehlgeburt sowie das Risiko vorzeitig Wehen zu bekommen, steigt bei Frauen, die während der Schwangerschaft geraucht haben. Das Risiko einer Leukämieerkrankung des Kindes steigt

 

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Welche Risiken entstehen durch Cannabis in der Schwangerschaft?

Bei Frauen ist Cannabiskonsum vermutlich mit einem leicht erhöhten Risiko der Unfruchtbarkeit verknüpft. Cannabinoide durchdringen die Plazenta. Entwicklungsstörungen bei Föten und Verhaltensauffälligkeiten beim Kind sind nicht auszuschliessen. Vor allem das Nikotin vom Tabak in Joints ist äußerst schädigt die Zellen.

Chronisch starker Cannabiskonsum kann zu Veränderungen der Spermien führen.

 

Welche Risiken entstehen durch Ecstasy in der Schwangerschaft?

Bei Konsum von Ecstasy in den ersten Wochen der Schwangerschaft besteht für den Fötus die Gefahr, dass Herzfehler und andere körperliche Missbildungen auftreten. Bei besonders starkem Ecstasy-Konsum während der Schwangerschaft kann es zu schweren Entwicklungsstörungen sowie Früh- und Fehlgeburten kommen.

 

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Welche Risiken entstehen durch Kokain in der Schwangerschaft?

Durch die Gefässverengungen beim Kokainkonsum kann es beim Fötus zu eine Unterversorgung

mit Sauerstoff und Nährsubstanzen kommen. Das Kokain gelangt über den Blutkreislauf der Mutter auch zum ungeborenen Kind, was zu schweren Missbildungen oder geistiger Behinderung des Kindes sowie zu Frühgeburten, Blutungen oder Fehlgeburten führen kann.

 

Welche Risiken entstehen durch LSD in der Schwangerschaft?

Es besteht die Möglichkeit von Chromosomenschäden und von Schädigungen des Fötus, wobei dies bisher wissenschaftlich umstritten ist.

 

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Welche Risiken entstehen durch Heroin in der Schwangerschaft?

Heroin gerät über die Plazenta in den Blutkreislauf des ungeborenen Kindes und ist auch dort wirksam. Bei einem abrupten Entzug leidet auch der Fötus. Heroin konsumierende Frauen erkennen die Anzeichen einer Schwangerschaft oft sehr spät, da sie Übelkeit und Erbrechen für Entzugssymptome halten und die Monatsblutung bei ihnen auch ohne Schwangerschaft häufig ausbleibt.

Risiken für die Schwangere sind:

Vorzeitige Wehen, vorzeitige Ablösung der Plazenta, Fehlgeburt, Frühgeburt

Risiken für den Fötus sind: Wachstumsverzögerung, Störung der Sauerstoffversorgung

Risiken für das Neugeborene sind:

Frühgeburt (Hirnschäden, Atemprobleme), Niedriges Geburtsgewicht und geringer Kopfumfang, Entzugssymptome (exzessives Saugen, Muskelspasmen, Fieber, Schlaf- und Ernährungsstörungen), HIV- und Hepatitis-Risiko bei infizierter Mutter.

Eine Substitutionsbehandlung mit psychosozialer Betreuung gilt als angemessene Behandlung für Mutter und Kind. Ein abrupter Entzug erhöht das Risiko einer Totgeburt. Bei Heroin konsumierenden Frauen enthält die Muttermilch Anteile der Droge.

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Quelle: http://www.caritas.de/