Gesundheitsrisiken beim Rauchen

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Mark Twain
Mit dem Rauchen aufzuhören ist kinderleicht. Ich habe es schon hundertmal geschafft.
 

Gesundheitsrisiken beim Rauchen

Krebs durch Rauchen

Herz und Lunge

Rauchen und Hautprobleme

Rauchen und Zahngesundheit

Rauchen & Alter

 

Krebs durch Rauchen

warnschild-warnung-vor-einer-gefahrstelle Nicht nur Lungenkrebs ist zu befürchten

Circa 40 krebserregende Bestandteile im Tabak sind für eine Reihe von Krebserkrankungen verantwortlich. Neben dem Lungenkrebs gibt es noch zahlreiche weitere Krebsarten, die auf das Rauchen zurückzuführen sind. Sie reichen vom Mund bis Magen.

Hierzu zählen der Mundhöhlen-, Zungen-, Kehlkopf-, Speiseröhren-, und Magenkrebs. Aber auch andere Krebsarten wie Nasen-, Nieren-, Bauchspeicheldrüsen- und Blasenkrebs können die Folge von Tabakkonsum sein. Das Risiko für Raucher, an diesen Krebsarten zu erkranken, ist um eineinhalb bis 27,5 Mal höher als bei Nichtrauchern, je nach Organ. Die Gefahr, an einer der genannten Krebsarten zu erkranken, hängt natürlich auch von Art und Schweregrad des Rauchens ab, aber unter anderem auch

von der Menge der gerauchten Zigaretten von der Dauer des Rauchens vom Alter, in dem mit dem Rauchen begonnen wurde und von der Inhalationstiefe
Rauchen verursacht allerdings nicht nur eine ganze Reihe von Krebsarten, sondern auch zahlreiche weitere Beschwerden:
So stört zum Beispiel das Rauchen die Mundflora. Durch einen übermäßigen Belag kommt es zur Verfärbung der Zähne.
Raucher sind eineinhalb Mal gefährdeter ihre Zähne zu verlieren als Nichtraucher.
Außerdem kann übermäßiges Rauchen Zahnfleisch-Erkrankungen hervorrufen.
Nicht nur ein Zahnfleischrückgang konnte durch Tabakkonsum beobachtet werden, sondern auch vermehrte Zahnfleischentzündungen traten auf.
Und: Rauchen schlägt auf den Magen. Zuviel Tabak setzt die Widerstandsfähigkeit gegen Bakterien herab, die für Magengeschwüre verantwortlich sind.
Es mindert auch die Fähigkeit des Magens, Säure nach einer Mahlzeit zu neutralisieren.
Die Folge: Die daraus übrig gebliebene Säure schädigt die Schleimhaut  des Magens. Magengeschwüre treten bei Rauchern häufiger und in stärkerem Maße auf.
Wichtig zu wissen: Die Gesundheitsschäden des Rauchens werden fast ausschließlich durch das Inhalieren des Rauchs und nur geringfügig durch das Nikotin ausgelöst.

 

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Herz und Lunge

Rauchen hat schwerwiegende Folgen

In Deutschland starben 1999 täglich 270 Menschen an den Folgen des Rauchens, aber nur 21 Menschen an den Folgen eines Verkehrsunfalls (Quelle: WHO). Der Anteil des Rauchens an der Sterblichkeit für einzelne Krankheiten wird auf bis zu 90 Prozent geschätzt (Quelle: Deutsche Krebshilfe, 1999).

Bei bestimmten Krankheiten ist das Sterberisiko besonders hoch. Dies gilt für bestimmte Krebsarten, Lungen- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Beispiel Lunge: 87 Prozent der Lungenkrebstodesfälle und 66 Prozent aller Todesfälle durch eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) sind auf starkes Rauchen zurückzuführen. Die COPD ist eine länger bestehende Erkrankung der Atemwege, auch unter dem Begriff „Raucherlunge“ bekannt.

Raucher leiden häufig an Erkrankungen der Atemwege. Meist beginnt alles mit morgendlichem Reizhusten. Flimmerhärchen in Luftröhre und Bronchien sorgen dafür, dass keine Fremdstoffe von außen in die Lunge geraten. Dieser Schutz wird durch Tabakteer lahm gelegt, da die Flimmerhärchen zerstört werden. Durch Husten versucht der Körper, die auf den Schleimhäuten abgelagerten Stoffe loszuwerden. Der Reizhusten wird langfristig oft zur chronischen Bronchitis. Häufig kommt hierzu eine Lungenblähung, auch Emphysmen genannt, hinzu. Bei dieser Krankheit ist im Spätstadium jeder Atemzug anstrengend. Grund: Die beim Ausatmen verbrauchte Luft wird nicht vollständig aus den Lungen ausgestoßen. Die Zahl der funktionstüchtigen Lungenbläschen nimmt ab.

Jährlich erkranken in Deutschland 80000 bis 90000 Raucher an Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Quelle: Institut für Nikotinforschung und Raucherentwöhnung, 2000). Rauchen beschleunigt den Herzschlag und bringt die Blutgerinnung auf Trab. Das hat eine erhöhte Thrombosegefahr zur Folge. Ein weiterer Übeltäter ist das gefährliche Kohlenmonoxid im Tabak. Es gelangt über die Lungenbläschen ins Blut, wo es sich mit den roten Blutkörperchen verbindet. Sie können dadurch weniger Sauerstoff transportieren. Leidet das Gehirn Mangel, wirkt sich dies direkt in Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Übelkeit aus. Das im Rauch enthaltene Kohlenmonoxid erhöht außerdem den Fettgehalt des Blutes erheblich. Die Folge: Koronare Herzerkrankungen, einschließlich Herzinfarkt, Schlaganfall und arterielle Verschlusskrankheiten, auch bekannt unter dem Begriff „Raucherbein“. Auch eine verminderte Knochendichte, die sogenannt Osteoporose, kann auftreten.

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Rauchen und Hautprobleme

Wie der Zigarettenkonsum der Haut schadet

Was viele nicht wissen: Raucher haben ein 50-prozentig höheres Risiko an Hautkrebs zu erkranken als Nichtraucher (Quelle: Institut für Nikotinforschung und Raucherentwöhnung, 2000). Rauchen verdoppelt die Chance, an einem malignen Melanom zu sterben.

Hierbei handelt es sich um eine besonders gefährliche Hautkrebs-Form. Maligne Melanome wachsen sehr schnell und bilden schon frühzeitig Metastasen aus.

Grund für dieses erhöhte Risiko ist ein durch das Rauchen geschwächtes Immunsystem. Ein weiterer Grund für schlechte Haut: Eiweißstoffe, die unsere Haut elastisch halten, sind reduziert, die so genannten Gerüstproteine. Außerdem sorgt das Rauchen für eine verminderte Durchblutung der Haut. Die Haut des Rauchers ist trocken, ledern und faltig. Besonders um die Lippen und Augen herum. Der Teer vom Zigarettenrauch sammelt sich an den Fingern und Fingernägeln und färbt sie gelblich-braun.

Außerdem haben Wissenschaftler festgestellt, dass Raucher zwei bis drei Mal häufiger an Schuppenflechte erkranken als Nichtraucher. Es handelt sich dabei um eine gutartige, nicht ansteckende Erkrankung der Haut. Sie ist gekennzeichnet durch scharf begrenzte, punkt- bis handtellergroße Hautflecken. Wie beim Hautkrebs ist auch hier ein geschwächtes Immunsystem die Ursache.

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Rauchen und Zahngesundheit

Raucher haben ein hohes Parodontitis-Risiko – das allein wäre vielleicht noch nicht so schlimm. Doch hinzu kommt: Die Entzündung des Zahnhalteapparats lässt sich nur schwer therapieren. Oft kommt es später wieder zu Entzündungen. Nicht selten verliert der Patient am Ende sogar einige Zähne. Experten raten Raucher mit Parodontitis darum dringend, den Tabakkonsum einzustellen.

Wenn eine Parodontitis-Therapie versagt, seien in 90% der Fälle Raucher davon betroffen, schreibt Dr. Joachim Kowollik in der zahnmedizinischen Fachzeitschrift Die Quintessenz. Der Grund: Bei Rauchern ist die Heilung gestört, weil die Wunde im Mundraum wegen geschwächter Immunabwehr und gestörter Durchblutung nicht ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird.

Parodontitisbehandlung gelingt besser bei Nichtrauchern

Da die Aussichten für Raucher mit Parodontitis so düster sind, ist es sinnvoll, am Beginn einer jeden Parodontitis-Behandlung sehr genau nach den Rauchgewohnheiten zu fragen, sagt Prof. Thomas Kocher vom Zentrum für Zahn-, Mund- und Kiefernkunde der Ernst-Moritz-Universität Greifswald. Seit wann rauchen Sie? Wie viele Zigaretten konsumieren sie täglich? Auf alle diese Fragen braucht Kocher Antworten, denn: Je mehr ein Patient raucht, desto schlechter sind seine Heilungschancen. Der Parodontitis-Experte setzt noch während der Behandlung alles daran, den Patienten von einem Rauchstopp zu überzeugen – er empfiehlt ihnen auch, es eventuell mit einem Nikotinpflaster zu versuchen.

„Trotzdem: Von zehn Rauchern hört im Schnitt nur einer auf“, meint Kocher. Doch Patienten, die eine Raucherentwöhnung ablehnen oder nicht durchstehen, haben große Nachteile: Sie können nicht so gründlich behandelt werden. Eine Zahnfleisch-Operation, die dafür sorgen soll, dass ein Zahn erhalten bleibt, nimmt Kocher meistens nur bei Nichtrauchern vor. Denn bei Rauchern lässt sich der Aufwand nicht rechtfertigen: Die Regenerationsfähigkeit ist bei ihnen so schlecht, dass der Zahn am Ende doch verloren gehen kann. Was den Zahnerhalt oftmals zusätzlich erschwert: Bei Tabakkonsumenten baut sich der Kieferknochen häufig viel stärker ab als bei Nichtrauchern.

Raucher verlieren leichter Implantate

Manch ein Raucher mit Parodontitis fürchtet den Zahnausfall vielleicht gar nicht so sehr: Immerhin gibt es heute die Möglichkeit, sich Implantate einsetzen zu lassen. Doch auch in diesem Fall gilt: Der Eingriff verläuft bei Nichtrauchern deutlich erfolgreicher. Dies bestätigen eine ganze Reihe von Studien, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem Oral Health Programme, dem Programm zur Mundgesundheit. Der Unterschied ist so gravierend, dass Kocher zu dem Schluss kommt: „Mit Implantaten würde ich mich bei Rauchern sehr zurückhalten.“

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Rauchen & Alter

Rauchen macht im Alter impotent

Rauchen gilt als Risikofaktor Nummer eins für etliche Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aber es gibt noch einen weiteren Grund, dem Glimmstängel zu widerstehen: Erektionsstörungen treten bei Zigarettenkonsumenten deutlich häufiger als bei Nichtrauchern. Das haben Forscher von der Tulane University in New Orleans festgestellt.

Die US-amerikanischen Wissenschaftler haben in ihrer Studie 4.764 Männer mit einem Durchschnittsalter von 47 Jahren untersucht. Männer, die täglich mehr als zehn Zigaretten geraucht hatten, wiesen im Vergleich zu Nichtrauchern ein 16% höheres Risiko für Erektionsprobleme (erektile Dysfunktion) auf. Bei den Studienteilnehmern, die 11 bis 20 Zigaretten pro Tag konsumiert hatten, war das Risiko um 36% erhöht. Und die starken Raucher, die täglich mehr als 20 Zigaretten rauchten, hatten ein 60% höheres Risiko für eine erektile Dysfunktion.

Rauchen schädigt die Gefäßwände

Der Zusammenhang zwischen Rauchen und erektiler Dysfunktion war schnell gefunden: Die Inhaltsstoffe des Tabaks fördern die Ablagerungen in den Gefäßen. Ein Griff zur Zigarette und schon ist die Sauerstoffversorgung gestört. Anstatt die roten Blutkörperchen mit Sauerstoff zu beladen, kommt hier das Kohlenmonoxid zum Zug. Das erleichtert für schädliches LDL-Cholesterin das Eindringen in die Gefäßwand und führt zu Ablagerungen. Der Gegenspieler bei diesem Prozess , das HDL-Cholesterin, wird gleichzeitig vermindert. Die Folge: Gerinnungsstoffe wie Fibrinogen und Blutplättchen nehmen zu, die Fließeigenschaften des Blutes verändern sich, die Gefäße sind verengt. Mediziner sprechen von einer Arteriosklerose.

Auch der Penis wird schlechter durchblutet

Arteriosklerotische Veränderungen können überall im Körper auftreten. Zum Beispiel in den Herzkranzgefäßen, was dann im Ernstfall zum Herzinfarkt führt. Meist sind aber erst kleinere Gefäße betroffen, wie die Arterien, die den Penis versorgen. Kommt es hier zu Ablagerungen, fließt nicht mehr ausreichend Blut in die Schwellkörper – die Erektion ist gestört.

Besonders im Alter ist das Risiko für Erektionsprobleme erhöht

Die Veränderungen der Gefäßwände beginnen schon im Kindesalter oder in der Jugend, machen sich aber erst nach 40 bis 60 Jahren bemerkbar. Das erklärt, warum es so wichtig ist, Arteriosklerose rechtzeitig vorzubeugen: Im Alter kann höchstens Schadensbegrenzung betrieben werden. Nicht nur für ein erfülltes Sexualleben ist es daher nötig und sinnvoll, dass Rauchen aufzugeben. Ein Patient mit Herzproblemen (koronarer Herzkrankheit) kann durch Verzicht auf Tabak sein Sterberisiko um 50% senken. Am besten testen Sie selbst, wie belebend sich ein Rauchstopp auf Ihr Sexualleben auswirken kann.

 

Nach Informationen von BBC Health und BSMO