Folgen der Alkoholkrankheit

Folgen der Alkoholkrankheit


Zu den wichtigsten Alkohol-Folgeschäden zählen:

Das Alkohol-Delir: Bewusstseinstrübung mit Verwirrtheit, Sinnestäuschungen, Wahnideen, ggf. Erregungszuständen, meist nach plötzlichem Alkoholentzug. Plötzlich ist es aber nur selten. In Wirklichkeit häufen sich zuvor unmotivierte Schweißausbrüche und morgendliches Erbrechen nach Alkoholgenuss mit dem „dicken roten Kopf“. Das feinschlägige Zittern nimmt zu, die Leistungsfähigkeit schwindet, es drohen allgemeine Schwäche- bzw. Erschöpfungszustände – und Albträume.

Häufig bleibt es aber bei diesem Vorstadium, verstärkt durch depressive Verstimmungen, kurzdauernde Trugwahrnehmungen und ggf. Eifersuchtsideen oder gar epileptische Anfälle (zwischen jedem 10. und 4. Fall?).

Das eigentliche Alkohol-Delir äußert sich in flüchtigen, kurzdauernden, zumeist optischen (Gesichts-)Trugwahrnehmungen, in Verwirrtheits-, aber auch depressiven und Angstzuständen mit wahnhaften Ideen, mit zeitlicher, örtlicher und situativer Desorientierung (während die Orientierung zur Person meist erhalten bleibt, also wer man selber ist). Typisch ist auch eine unruhige, drängende Betriebsamkeit, erhöhte Beeinflussbarkeit, und die erwähnten Sinnestäuschungen: meist kleine bewegte Gegenstände (Käfer, ganz selten aber die berühmten „weißen Mäuse“), dafür öfter Fäden, Fuseln, vor allem Draht usw. Auch Tast-Trugwahrnehmungen sind möglich (Kribbeln durch Käferkolonnen, Schwanken des Bettes, Einstürzen der Wände); und sogar Gehörs-Trugwahrnehmungen: Stimmen, Musik, Straßenlärm. Manchmal werden ganze Szenen halluziniert.

Unangenehm sind auf jeden Fall die körperlichen Störungen wie Schweißausbrüche, hochgeröteter Kopf, rote Augenbindehaut, Schlaf- und Magen-Darm-Störungen (vor allem Brechreiz und Erbrechen) u. a.

Die Alkohol-Halluzinose: depressiv-ängstliche Stimmung, Sinnestäuschungen, vor allem drohende Stimmen usw.

Das Korsakow-Syndrom: seltene Einzelform, heute spricht man eher von „Alkoholdemenz“: Störungen von Gedächtnis, Merkfähigkeit, Orientierung, Auffassung, Spontaneität, Initiative, ferner neurologische Krankheitszeichen usw.

Alkoholbedingte geistige und seelische Einbußen bzw. Veränderungen:

Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Konzentration, Gedächtnis, Lernen. Problemlösungen, Vorstellungsvermögen usw.

Alkoholbedingte Persönlichkeitsveränderungen: Angst, depressive Verstimmungen, hypochondrische und hysterische Reaktionsweisen, vermehrte Passivität, Abhängigkeit und geistig-seelische Undifferenziertheit, erhöhte Empfindlichkeit u. a., dazu „unreife Verhaltens- und Reaktionsweisen“ (naiv, kindlich, pubertär), Impulsivität, niedrige Frustrationstoleranz und schwaches Selbstwertgefühl, das durch entsprechend großspuriges Auftreten kompensiert werden soll; ferner Störung der Selbstkontrolle und vermehrte Aggressivität, auch Selbst-Aggressivität, d. h. ausgeprägte Selbsttötungsgefahr u.a.m.

Bei den körperlichen Folgen ....

(s. auch Beschwerdebild) sind es vor allem Funktionsstörungen und Erkrankungen von:

-Leber,
-Bauchspeicheldrüse,
-Herz- und Kreislauf,
-Muskulatur,
-Nervensystem (Nervenentzündungen),
-„Alkoholepilepsie“, Gefäßsystem,
-Stoffwechsel,
-Blutbild,
-Endokrinium („innere Drüsen“),
-Bindegewebe,
-Gebiss,
-ferner vermehrte Entzündungsneigung (Schleimhäute, Kehlkopf, Bronchien, Speiseröhre, Magen-Darm, Bauchspeicheldrüse, Gallenblase, Harnwege, aber auch grippale Infekte), ggf. Intensivierung von Gicht, Zuckerkrankheit, Tumoren, Gefährdung des Ungeborenen u. a.

 

Das größte Problem stellen in der Regel die sozialen Folgen dar:

Es leiden:

Partnerschaft,
Familie,
insbesondere Kinder,
Nachbarschaft,
Beruf;
aber auch kriminelle Verführbarkeit usw.

 

 

 

faustAutor: Professor Dr. med Volker Faust

Diesen Text haben wir den Seiten der RTEmagicC Uni Ulm.jpgUni-Ulm entnommen. Hier lesen Sie umfassende Informationen zum Thema Alkohol und mehr