Entzugserscheinungen

warnschild-warnung-vor-einer-gefahrstelle Hinweis: Sie sollten einen Alkoholentzug nie ohne einen Arzt oder zumindest ohne eine Begleiperson durchführen. Es kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen

 

Entzug und Entgiftung

Die beim Entzug und der Entgiftung auftretende schwere Entzugssymptomatik wird medikamentös behandelt. Das Entzugssyndrom beginnt meist 4–12 Stunden nach dem letzten Trinken, erreicht seine stärkste Ausprägung am zweiten Tag der Abstinenz und verschwindet nach weiteren 4–5 Tagen. Die vielfältigen Beschwerden des Betroffenen werden von Ärzten in drei Gruppen zusammengefasst:

Die internistischen Symptome des Entzugssyndroms mit schwerem Unwohlsein, Appetitmangel, Magenschmerzen, Durchfall, Pulsjagen, Blutdruckerhöhung, Unterzuckerung, Mundtrockenheit, Schwitzen und Juckreiz

Die neurologischen Symptome mit Händezittern, Sprachstörungen, Muskel- und Kopfschmerzen, Empfindungs-, Gang- und Sehstörungen, gelegentlich sogar Krampfanfällen

Die psychischen Symptome mit Angst, Reizbarkeit, innerer Unruhe, Schlaflosigkeit, depressiven Verstimmungen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Halluzinationen, die Gedanken kreisen oft um die Beschaffung neuen Alkohols.

Manchmal sind die Symptome so schwer, dass der Betroffene keinen klaren Gedanken mehr fassen kann, gewalttätig zu sich und anderen wird. Der Arzt spricht hier vom “Delir,“ ein lebensbedrohlicher Verwirrtheitszustand, der eine Soforteinweisung in eine Klinik notwendig macht, denn unbehandelt kann es tödlich sein.

Der meist stationär durchgeführte körperliche Entzug dauert 1–2 Wochen. Da etwa 75 % der Patienten innerhalb von 3 Monaten nach der Entgiftung rückfällig werden, setzt sich zunehmend das Konzept der „qualifizierten Entzugsbehandlung“ durch, die neben der passiven Entgiftung auch psychotherapeutische Elemente enthält, vor allem „Motivationsarbeit“.

Entwöhnung

Normal ist eine etwa halbjährige Entwöhnung in Fachkliniken. Die Entwöhnung wird aber auch teilstationär oder ambulant durchgeführt. Neben psychotherapeutischen Verfahren kann auch hier medikamentös unterstützt werden.

Nachsorge und Rehabilitation. Angestrebt wird eine langfristige Stabilisierung und der Aufbau einer beruflichen und sozialen Existenz. Hilfreich sind dabei z. B. die ambulante Betreuung durch Beratungsstellen und Selbsthilfeorganisationen oder auch Psychotherapie.

Psychotherapie. Psychotherapeutische Techniken finden sich in allen Behandlungsphasen, von anfänglicher „Motivationsarbeit“ über die stationäre Psychotherapie in der Entwöhnungsphase bis hin zur ambulanten psychotherapeutischen Weiterbehandlung. In der Entwöhnungsphase kommen in Einzel- und Gruppentherapien vor allem verhaltenstherapeutische Behandlungstechniken ( PsychotherapeutischeVerfahren ) und Trainingsprogramme zum Einsatz. Häufig geht es dabei um das Erarbeiten von Strategien, mit deren Hilfe sich der Patient in Versuchungssituationen vor dem drohenden Rückfall schützen kann, z. B. durch das Erlernen von Selbstkontrolle, Problembewältigungsstrategien und Selbstsicherheitstrainings ( PsychotherapeutischeVerfahren ). Ergänzend werden Paargespräche ( Sexuelle Funktionsstörungen ) oderFamilientherapien( PsychotherapeutischeVerfahren ) angeboten.

Prognose

Bei Langzeitabhängigen, die womöglich schon mehrere Entzugsbehandlungen hinter sich haben, beträgt die Rückfallquote bis zu 80 %, insbesondere dann, wenn sich an die Entgiftung keine weiterführende Therapie anschließt.

 

 

Quelle : http://www.gesundheit-heute.de/index.php?title=Alkoholabh%C3%A4ngigkeit