Betreutes Wohnen

Das Betreute Wohnen…

… ist ein Bestandteil der ambulanten Eingliederungshilfe. Die Zielgruppe
besteht aus suchtkranken und/oder psychisch kranken erwachsenen Frauen und Männern, die
eine mittel- oder langfristige ambulante Hilfe und/oder Betreuung benötigen. Es liegt eine
seelische Behinderung in Folge einer Suchterkrankung oder einer psychischen Erkrankung
vor. Gesetzlich wird die Zielgruppe im § 53 ff SGB XII beschrieben. Die Betroffenen sind in
Folge ihrer seelischen Behinderung in ihren Möglichkeiten zur selbständigen Lebensführung
wesentlich beeinträchtigt, benötigen aber nicht mehr oder noch nicht das betreuungsintensivere
bzw. strukturiertere Angebot einer stationären Hilfe (vgl.: Hilfen für Suchtkranke im
Rheinland). Ziel aller Maßnahmen im Betreuten Wohnen ist es, den Klienten ein selbständiges
und selbstbestimmtes Leben in sozialer Sicherheit zu ermöglichen. Dabei sollen die vorhandenen
Ressourcen und Selbsthilfepotentiale der Klienten genutzt und gefördert werden.

Suchtkranke Menschen
Bei der Suchterkrankung handelt es sich i. d. R. um eine Alkohol- und/oder Medikamentenabhängigkeit.
In Ausnahmefällen können auch Betroffene aufgenommen werden, die
in der Vergangenheit zusätzlich illegale Drogen konsumiert haben.
Bei der Zielgruppe für das Betreute Wohnen handelt es sich um einen Personenkreis, bei dem
eine jahrelange Abhängigkeitserkrankung vorausgeht. Folgen können u. a. gesundheitliche
Schädigungen, Vereinsamung, Verlust von sozialen Bezügen, Arbeitslosigkeit, abgebrochene
Schul- oder Berufsausbildungen, Schulden oder Vorstrafen sein. Aufgrund der gravierenden
sozialen Probleme reicht bei dieser Personengruppe eine „klassische“ Entwöhnungsbehandlung
oder eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme oftmals nicht aus. Das Behandlungsende
käme abrupt, ohne das die sozialen Probleme gelöst wären, bzw. eine geeignete Wohnung
gefunden wäre, denn oftmals handelt es sich bei der Zielgruppe für das Betreute Wohnen um
Menschen, die zuvor wohnungslos geworden sind. Insofern ist das Betreute Wohnen als Anschlussmaßnahme
an medizinische oder stationäre soziale Rehabilitationsmaßnahmen gedacht.
Nahe an der Alltagsrealität wird den Klienten Hilfestellung zur (Wieder-) Eingliederung
in die Gesellschaft geboten.
Weiter gibt es Suchtkranke, die vielfache (gescheiterte) Ausstiegsversuche aus dem Teufelskreis
der Suchterkrankung hinter sich haben. Herkömmliche (Abstinenz-) orientierte Konzepte
erreichen sie nicht bzw. haben nur unzureichende individuelle Behandlungs- und Betreuungsentwürfe
parat. Hier liegt die Chance des Betreuten (Einzel-) Wohnens, bei dem individuelle,
personenzentrierte Betreuungsangebote zur Abstinenz ausgearbeitet und begleitet
werden können.

 

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