Adaption

Begriffsklärung Adaption

Adaption teilstationär und stationär

Was ist Adaption? Welche Voraussetzungen sind nötig?

Unter Adaption versteht man die Phase im Anschluß an die Kerntherapie. Eine vom Klienten durchlaufene und abgeschlossene stationäre Therapie ist die Grundvoraussetzung für eine Adaption. In einer stationären Suchttherapie werden mit Hilfe verschiedener Therapieformen die Suchtprobleme des Einzelnen focusiert. Hat der Klient diese Kerntherapiephase durchlaufen, ist er im Grunde genommen in der Lage eine Adaption zu beginnen. Die Adaption = Anpassung dient dem Klienten als Hilfestellung im Bereich Wohnen, Arbeit, Freizeit und zwischenmenschlichen Beziehungen sich unter den neuen Voraussetzung, nämlich der Suchtfreiheit, zu orientieren.

Warum ist Adaption wichtig?

In der Kerntherapiephase taucht der Klient psychisch in das Thema der Suchtproblematik ein. Alte Beziehungen werden gelöst, Beziehungsmuster neu gebildet, Rollen in der therapeutischen Gruppe übernommen, intensive Beziehungen zu den Therapeuten aufgebaut. Dieses System gibt dem Klienten Halt, bietet ihm über Monate einen stabilen überschaubaren hilfreichen Rahmen im SUCHTFREIEN Zustand. Wird der Klient ohne ein „Sprungbrett“ in die Realität überlassen, so kann dies wie ein Schock wirken. Ein langsames Eintauchen in die stationäre Therapie impliziert im eigentlichen Sinne ein langsamen Auftauchen. Dies zeigt die Wichtigkeit der Adaption.

Wie wird Adaption geleistet?

Die Therapielandschaft ist auch hier schillernd. Es gibt große Adaptionshäuser im Netzwerk mit stationären Suchttherapieeinrichtungen, meist in örtlicher Nähe und derselben Trägerschaft. Oder es gibt in der stationären Einrichtung räumliche abgetrennte Räume zur Adaption. Adaption ist in der Regel stationär, wobei es auch hier Neuerungen gibt: der Deutsche Orden bietet im Sinne der Kombitherapie eine teilstationäre Adaption an, das heißt die Anwesenheit des Klienten im Rahmenprogramm ist hauptsächlich tagsüber, abends und am Wochenende verbringt der Klient in seiner Wohnung.Die Adaption wird als Teil der Therapie gesehen und wird demzufolge der stationären Therapie angerechnet, das heißt im Durchschnitt eine 5monatige Kerntherapie mit einer 3monatigen Adaption. Hier wird jedoch unterschieden zwischen Lang- und Kurzzeit-, Intervalltherapie oder Krisenintervention. Je nach Problemlage des Klienten.

Jede stationäre Einrichtung hat ein eigenes Therapiekonzept mit eigenen Schwerpunkten, und so auch die Adaption. Hier kann man sich im Vorfeld informieren.

Eine Adaption muß nicht bindend in einer Einrichtung des Trägers eingangen werden, in der der Klient die stationäre Therapie geleistet hat. Externe Bewerber werden ebenso aufgenommen.

Wer finanziert die Adaption?

Die Adaption wird analog der stationären Therapie finanziert. Es ist jedoch unbedingt vorab zu klären, ob der Rentenversicherungsträger die TEILSTATIONÄRE Adaption finanziert.

Das System Therapie

Eine Suchttherapie ist den Phasen entsprechend aufeinander aufgebaut. In diesem Sinne ist es sinnvoll, alle Phasen einzugehen. Eine Adaption ohne regulär abgeschlossene Therapie ist sehr schwierig und wird in der Regel nicht akzeptiert. Nach einer mehrmonatigen stationären Suchttherapie ist der Übergang in den Alltag ohne Adaption sehr schwer. Die Ablösungsphase von dem Therapieverbund wird über die Adaption eingeleitet. Eine schnelle Ablösung wirft den Klienten auf sich zurück. Die kann einen baldigen Rückfall begünstigen. Einer jahre- oft jahrzehntelangen Drogenerkrankung muß eine ebenso lange Gesundungsphase eingeräumt werden.

Diese Information haben wir der Drogensoforthilfe entnommen