Basisinformationen Drogen

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Rolf Hüllinghorst

Vor 30 Jahren wollten Gymnasiasten mit Drogen ihr Bewusstsein erweitern. Heute sind es die armen Schweine, die Drogen nehmen.


 
Vorwort:
von Wolfgang Schwalenstöcker

Ich bin Alkoholiker. Mein Wissen um Drogen ist ohne jede fachliche Qualifikation. Ich habe mich deshalb bemüht, Ihnen Informationen zur Verfügung zu stellen, deren inhaltlicher Gehalt sich von den vielen Angeboten im Internet dadurch unterscheiden, dass Sie eine nützliche Information darstellen. Mir, dem Laien in Sachen Drogen, imponierten die Arbeitsblätter des Dr. Werner Stangl gewaltig. Ein wahres Kompendium der menschlichen Psyche und ihren Irrungen hat er im Laufe seiner Arbeit zu analytischen Beschreibungen und Lösungsansätzen zusammengetragen.

Lesen Sie, was er selbst dazu kommentiert:

Drogen
 
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Als Drogen bezeichnet man jene psychotrope Substanzen bzw. Stoffe, die durch ihre chemische Zusammensetzung auf das Gehirn bzw. das Zentralnervensystem einwirken und dadurch auf das Denken, Fühlen, die Wahrnehmung und das Verhalten direkt Einfluß nehmen.


Drogen werden in verschiedene Gruppen eingeteilt:

Nüchternheits-/Leistungsdrogen

Leistungsdrogen haben eine anregenden Wirkung auf den Organismus. Dieser wird durch eine verstärkte Ausschüttung von Stresshormonen (z.B. Dopamin) bewirkt, was sich in einer Erhöhung des Blutdrucks, verstärkter Muskelaktivität bis zum Zittern, geringerem Schlafbedürfnis und weniger Hunger ausdrückt. Ihr Wirkungsspektrum reicht von leichten Anregungszuständen bis zu Omnipotenzgefühlen. Nach dem Abklingen der Wirkung können unter Umständen Gefühle körperlichen Ausgelaugtseins und depressive Verstimmungen auftreten. Zu dieser Gruppe gehören Stoffe wie Koffein, Kokain , Nikotin, Thein.

Hypnotika und Sedativa

Schlaf- und Beruhigungsmittel bewirken ein Herunterfahren körperlicher oder geistiger Aktivität. Der Stoffwechsel wird verlangsamt, Angstzustände und Depressionen werden nicht oder kaum mehr wahrgenommen. Deshalb werden diese Stoffe auch aus „Downer“ bezeichnet. Auch nach dem Abklingen der unmittelbaren Wirkung können Müdigkeit, Benommenheit und Kreislaufschwäche auftreten. Zu dieser Gruppe zählen Alkohol ,Barbiturate, Benzodiazepine (wie z.B. Valium).

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Halluzinogene

Halluzinogene sind Stoffe, die eine sogenannte „bewußtseinserweiternde“ Wirkung haben können. Ihre Wirkung beruht auf der Ähnlichkeit mit dem Botenstoff Serotonin, der eine Reizüberflutung des Gehirns verhindert. Durch die nach der Einnahme von Halluzinogenen hervorgerufene Reizüberflutung kommt es zu optischen, akustischen oder emotionalen Halluzinationen, die sich z.B. in besonders intensiver Farb- oder Musikwahrnehmung bis hin zu den viel beschriebenen „rosa Elephanten“ ausdrücken kann. Negative äußere Einflüsse oder auch Unwohlsein bei der Einnahme können allerdings auch sogenannte „Horror-Trips“ auslösen, die durch Angstzustände und Panikattacken gekennzeichnet sind. Die bekanntesten Halluzinogene sind Cannabis (Marihuana, Haschisch), Psilocybin, Meskalin und LSD.

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Opiate

Opiate sind das im Schlafmohn enthaltene Opium und seine Derivate. Ihre Wirkung beruht auf ihrer großen Ähnlichkeit mit den Endorphinen. Diese sind natürliche Botenstoffe des Menschen, welche durch die Hirnangangsdrüse ausgeschüttet werden und Wohlbefinden und Glückszustände auslösen. Deshalb werden sie auch oft als „Glückshormone“ bezeichnet. Die Zufuhr von Opiaten wird durch den Organismus als eine starke Steigerung des Endorphinspiegels wahrgenommen. Da sich dem Körper auf diese Weise weit mehr „Glückshormone“ zuführen lassen, als dieser in der Lage ist, selbst zu produzieren, lassen sich mit den Opiaten derart starke Zustände von Wohlbefinden erzeugen, daß das Verlangen nach wiederholtem Konsum sehr schnell eintreten kann. Das Absetzen von Opiaten führt zu starken Depressionen, Magenkrämpfen, Schwitzen und Muskelzittern. Die bekanntesten Opiate sind Opium, Morphin, Codein und Heroin.

Wissenschafter der Universität Bristol haben 20 der populärsten Drogen untersucht und nach ihrer Gefährlichkeit geordnet. In die Beurteilung der Drogen flossen Faktoren ein wie lang- und kurzfristige körperliche sowie seelische Folgen, der psychische und physische Suchteffekt und die sozialen Schäden, die die Drogen anrichten. Heroin liegt an erster Stelle des Rankings, es folgen Kokain, Barbiturate, die als Beruhigungs- und Schlafmittel verordnet werden, sowie der Heroinersatzstoff Methadon. Auf Rang fünf liegt der Alkohol, die mit Abstand am weitesten verbreitete Droge. Er rangiert so weit oben wegen seiner massiven körperlichen Langzeitschäden sowie wegen seiner zerstörerischen sozialen Wirkung besonders weit vorne. Als zweitgefährlichste frei verkäufliche Droge liegt Tabak auf Platz neun, während die illegalen Rauschmittel Cannabis, LSD, Liquid Ecstasy und Ecstasy lediglich die Plätze elf, 14, 17 und 18 belegen. Damit widersprechen die Experten in vielen Punkten den europäischen Gesundheitsbehörden, die Drogen wie Heroin, LSD und Ecstasy als besonders schädlich einstuft, während Alkohol und Tabak in der Klassifizierung der englischen Behörden gar nicht auftauchen (Quelle: OÖNachrichten vom 12.3.2008).

Alkohol (Ethanol)

Nikotin

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Koffein (Trimethylxanthin)

Wirkstoff in vielen Pflanzen, z.B. Kaffee, Tee, Guarana. Anwendung: wird als Kaffee, Tee, Cola, Energy-Drink getrunken oder als Tabletten geschluckt. Wirkung: anregend, blutdrucksteigernd. Bei Dauerhaftem Konsum kann sich Abhängigkeit herausbilden. So sagen knapp 30% der Kaffeetrinker, sie könnten darauf nicht verzichten. Bei dauerhaft starkem Konsum können Entzugsbeschwerden wie Kopfschmerzen, allgemeine Mattigkeit, Gereiztheit auftreten.

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Anabole Steroide

Anabole Steroide wurden in den späten 1930er Jahren entwickelt und zunächst medizinisch zur Behandlung von „Hodenunterfunktion“ eingesetzt. Etwas später erkannten ForscherInnen, daß anabole Steroide das Wachstum der Skelettmuskulatur beschleunigen. Aus diesem Grund wurden Steroide in den letzten Jahrzehnten vermehrt benützt, um die sportliche Leistungsfähigkeit zu steigern und einen „athletischen Körper“ heranzubilden. Anabol wirkende Steroide wurden zunächst in den Vereinigten Staaten als Substanzen mitMissbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial eingestuft und in der Folge in das Verzeichnis der staatlich kontrollierten Substanzen aufgenommen. Medizinisch wurden Steroide in der Vergangenheit zur Behandlung von Untergewicht, Appetitlosigkeit, Altersschwäche, Osteoporose und zur rascheren Heilung nach schweren Operationen eingesetzt. Heute kommen anabole Steroide in der Medizin vor allem bei der Therapie der sogeannten „aplastischen Anämie“, einer speziellen Form der Blutarmut und bei schwerem Muskelschwund nach Verletzungen zum Einsatz.

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Gammahydroxybuttersäure (GHB)

Gammahydroxybuttersäure (GHB) – in der Clubszene unter Liquid Ecstasy, Flüssiges Ecstasy, Flüssiges oder Fantasy bekannt – wurde vor mehr als 30 Jahren vom französischen Wissenschaftler Laborit zum ersten Mal künstlich hergestellt, als er sich intensiv mit dem GHB-ähnlichen Neurotransmitter GABA beschäftigte. Ecstasy und „flüssiges Ecstasy“ führen zwar unter gewissen Umständen zu ähnlichen Wirkungen, haben aber chemisch gesehen nichts miteinander zu tun: Die Bezeichnung „liquid ecstasy“ ist eine Marketingmaßnahme. In der Medizin ist GHB in der Anästhesie als Narkosemittel und als Hilfsmedikament beim Alkoholentzug eingesetzt worden – hauptsächlich um das starke Verlangen nach Alkohol und Symptome wie Ängstlichkeit zu verringern. Wegen ihrer muskelentspannenden Wirkung wird GHB vereinzelt auch zur Geburtsunterstützung eingesetzt. Als Schlafmittel konnte sich GHB nicht durchsetzen, da Betroffene aufgrund der spezifischen Wirkweise nach 3 Stunden abrupt wieder aufwachen. Aufgrund ihrer Nebenwirkungen verliert GHB in der Medizin rasch an Wichtigkeit. Innerhalb der Bodybuilder-Szene und von Leistungsportlern wird sie allerdings – vor allem in den U.S.A – zur Förderung der Wachstumshormone eingesetzt. Nach ersten Vergiftungsfällen aufgrund von Überdosierungen und der gleichzeitigen Einnahme weiterer Mittel, sowie einzelnen Meldungen über Todesfälle kommt es in den Vereinigten Staaten neben dem Verbot von GHB als Dopingmittel ab Ende 1990 zu einer generellen Einschränkung des freien Verkaufs von GHB. Anfang 2000 wird GHB schließlich ins amerikanische Suchtmittelgesetz aufgenommen. Mitte der 90er Jahre ist GHB zuerst in der englischen Club-Szene und seitdem in mehreren europäischen Staaten – so auch vereinzelt in Österreich – aufgetaucht.

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Schnüffelstoffe

Das Einatmen der Dämpfe verschiedener organischer Lösungsmittel löst im Gehirn Rauschzustände aus. Die Wirkungen erfolgen über innere Unruhe bis zur Erregtheit, Übelkeit und das Gefühl der Atemnot. Bei Fortdauern des Rauschzustandes tritt ein Entspannungszustand ein, der als angenehm erlebt wird. Nach regelmäßiger Inhalation stellt sich eine körperliche Abhängigkeit ein. Diese Lösungsmittel findet man z.B. in Klebstoffen, Lacken, Farbverdünnungen, Putzmittel, Benzinen, Filzschreibern, Nagellackentfernern,Haarsprays.

Gebräuchliche Stoffe sind Kohlenwasserstoffe und chlorierte Kohlenwasserstoffe, wie sie etwa in Benzin oder Fleckenwasser enthalten sind. Auch werden Stoffe wie Butangas oder Flüssiggas geschnüffelt, in ärmeren Ländern sogar anscheinend Pinkelsteine (enthalten etwa Paradichlorbenzol und Naphthalin).

Besonders das als Feuerzeug- und Campinggas im Handel frei erhältliche Butangas ist in jüngster Zeit in Zusammenhang mit einigen Todesfällen ins Gerede gekommen. AkuteWirkung: Gehobene Stimmung; kurzer, intensiver Rausch; Erleben für kurze Zeit distanziert und gelöst. Es wird von kurzfristigen emotionalen Überreaktionen infolge Kontrollverlusts über das Gefühlsleben berichtet. Nebenwirkungen: Häufig Übelkeit bis zum Erbrechen, mitunter bedrohliche Unterversorgung des Gehirns und anderer Organe mit Sauerstoff. Das Risiko liegt insbesondere in der Schwierigkeit der Dosierung und der möglichen Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff.

Dem Schnüffler fallen meistens, wie auch bei allen anderen Drogen, Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Strukturen zum Opfer. Oftmals wird aus Neugier ein überall erhältlicher Klebstoff ausprobiert. Erstaunlich ist, daß die Schnüffler zu keinem Zeitpunkt physisch abhängig sind. Trotz dieser Tatsache ist die Rückfälligkeit ähnlich der von Kokain und Opium. Es wird oftmals bis ins Erwachsenenalter hinein geschnüffelt. Im einzelnen spielen sich beim Schnüffeln die Phasen einer Inhalationsnarkose ab, und zwar unterschiedlichen Zeitverhältnissen. Bei den ersten Atemzügen können Reizerscheinungen der oberen Atemwege, Atemnot, Herzklopfen und Blutdrucksteigerungen auftreten. Bei weiterem Einatmen kann es zur Euphorie kommen. Die Personen können in solchen Stadien wie alkoholisiert wirken. Bei etwas tieferen Stadien treten Verkennungen der Umwelt und von Gegenständen auf. Die Farbwahrnehmung und die akustischen Sinneseindrücke können verändert sein. Schließlich treten insbesondere in den ersten sechs Monaten des Mißbrauchs halluzinatorische Erlebnisse auf. Sie betreffen häufig kleine bewegte Objekte wie Spinnen, Käfer, Ameisen oder Blätter. Für die Intoxikationsperiode kann ein teilweiser oder totaler Erinnerungsverlust bestehen. Für den Außenstehenden zeigt sich das Bild einer ausgeprägten Lösemittel- Vergiftung in Form von Gang-, Stand- und Bewegungsstörungen. Die Personen torkeln und lallen, bewegen sich ungeschickt oder sogar selbstgefährdend, sie wirken psychisch verändert, umdämmert, verwirrt, häufig auch distanzlos, gereizt und enthemmt und in späteren Stadien apathisch oder schläfrig. Bei Fortsetzung kommt es zum Tiefschlaf, schließlich bis zum Koma.

warnschild-warnung-vor-einer-gefahrstelleFür den Notfall : Rettungsdienst bei Atem- und Herzstillstand bzw. Bewusstlosigkeit rufen, inzwischen für eine stabile Seitenlage sorgen, geschlossene Kleidung öffnen und für Frischluftzufuhr sorgen. Bei der betreffenden Person bleiben, bis die Rettung kommt. Eventuell Sicherstellung von Spraydosen, damit die Rettung weiß, was konsumiert wurde.

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Poppers

Die in grell verpackten Fläschchen mit Namen wie „Rush“, „Rave“, oder „Hardware“ angebotenen Flüssigkeiten enthalten die chemischen Substanzen Amylnitrit oder Butylnitrit. Poppers werden durch Inhalation über Mund oder Nase aufgenommen und lösen innerhalb weniger Sekunden eine Senkung des Blutdrucks und eine Erhöhung der Herzschlagfrequenz aus. KonsumentInnen verspüren einen für ein- bis zwei Minuten anhaltenden Rausch mit Glücksgefühlen sowie einer veränderten akustischen und visuellen Wahrnehmung.

Der medizinische Gebrauch von Amylnitrit wurde eingestellt, weil die Nebenwirkungen auf die Konzentrationsfähigkeit bei den Weiterentwicklungen nicht mehr auftraten. Tausende Menschen haben über Jahrzehnte Poppers zur Behandlung ihrer Herzanfälle regelmäßig genommen.

Zu den Schnüffelstoffen zählen, neben Poppers, eine Reihe weiterer psychoaktiv wirksamer Substanzen, die durch Inhalation über Mund oder Nase aufgenommen werden: Klebstoffe, chemische Fleckenmittel, Farbentferner und -verdünner, Nagellackentferner, Treibmittel in Sprühdosen, wie Farb-, Lack-, und Haarsprays, Fahrzeugbenzin, Stickstoffmonoxid, Halothan oder Amylnitrit Das Inhalieren mancher Farben, Klebstoffe und Gase ist besonders schädlich und kann zu langen Konzentrations- und Koordinationsschwierigkeiten sowie bleibenden Gehirnschäden führen. Da die meisten als Schnüffelstoffe verwendeten Substanzen im Alltagsgebrauch für andere Zwecke eingesetzt werden, unterliegen die Inhalantien nicht dem Suchtmittelgesetz.

Einnahmeart : Inhalieren (Konzentration in der Atemluft kann durch das Stecken des Kopfes in einen Nylonsack erhöht werden).

Akute Wirkung

-gehobene Stimmungslage
-zu Beginn: Übelkeit, Kopfschmerzen, Herzrasen
-innere Unruhe, Erregtheit, Gefühl der Atemnot
-Fortdauer: Entspannung, Dämmerzustand (veränderte Sinneswahrnehmung)

Chronischer Mißbrauch

-Schädigung der Leber
-Risiko einer Leberzirrhose und einer Leberzellkrebserkrankung wird erhöht
-chronische Nervenentzündung
-Reduzierte Denk- und Merkfähigkeit

warnschild-warnung-vor-einer-gefahrstelleGefahren :

-Tod durch Atemlähmung
-gesteigerte Herzfrequenz kann zum Herztod führen

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Eine weitere, im Haushalt übliche Droge ist sicherlich der Zucker. Die Abhängigkeit von Industriezucker wird bereits im Säuglings- alter durch gesüßte Ersatznahrung im Krankenhaus gefördert, in einem Alter also, in dem der Geschmackssinn sich noch in seiner Entwicklung befindet und somit die Reizschwelle für das Süß- empfinden in die Höhe geschraubt wird. Zucker ist in unserer heutigen Zivilisation sicherlich nicht mehr wegzudenken, dennoch ist der Zucker eines der Produkte, das mit beinahe allen Zivilisationskrankheiten direkt in Verbindung steht. So schwächt Zucker das Immunsystem und fördert Allergien, den VitaminB1-Mangel und mit dem Vitaminstoffmangel treten Symptome auf, wie Müdigkeit, Leistungsschwäche und depressive Stimmung. Außerdem führt der Genuß von Zucker zu Hypoglykämie, dem Blutunterzucker, welcher oftmals auftritt, wenn neben dem Zucker eine nicht genügend ausgewogene Nahrung aufgenommen wird. Hypoglykämie führt zu ähnlichen Symptomen wie der VitaminB1-Mangel, welcher auch in direktem Zusammenhang mit Blutunterzucker steht. Jedoch führt in diesem Fall die Aufnahme von Zucker zu kurzzeitiger quirliger, überreizter Hyperaktivität. Hiernach jedoch tritt wiederum ein schlechtes Gedächtnis, Konzentrations- schwäche, emotionale Instabilität, Verhaltensstörung und Lernschwäche zutage. Somit kann man sagen, daß die Aufnahme von Industriezucker den körpereigenen Glukosehaushalt empfindlich stört und eine saubere Regulierung verhindert. Des weiteren ist mit (übermäßigem) Industriezuckerkonsum eine krankhafte Veränderung des ganzen Knochensystems verbunden. So stellt sich eine Kalkauslaugung der Knochen sowie eine Verlängerung der Röhrenknochen, die an das gesteigerte Größenwachstum der modernen Jugend erinnert, ein. Ausserdem steht Zucker in Verbindung mit einer Reihe von Lern- und Konzentrationsschwächen. So fand u.a. auch der Kinderarzt Dr. Lendon Smith in Untersuchungen heraus, daß Kinder, die Zucker und/oder Weißmehl während der Schulpausen zu sich nahmen, Lernschwierigkeiten in der Schule aufwiesen. Dementsprechend wurde durch den Pädagogen K.-D.-Müller von der Universität Hannover festgestellt, daß Kinder mit gesunder und vollwertiger Ernährung bessere Noten aufweisen als Kinder, die sich „überwiegend von hellem Brot, kaum Frischobst und vielen Süßigkeiten“ ernähren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung fand in Umfragen bei Kindern und Jugendlichen von 10-18 Jahren dementgegen heraus, daß immerhin 57% glauben, daß Vollmilchschokolade Aufbaustoffe für Kinder hat, 36%, daß Zucker das Wachstum fördert, 39%, daß Zucker verbrauchte Energie zurückbringt, und sogar 45% meinen, daß Zucker Nervennahrung sei. In anderen Umfragen ergab sich, daß derselbe Anteil (45%>Nervennahrung) der Mütter eben dieser Meinung ist. Die Werbeagenturen der Zucker und Süßwarenindustrie haben also ganze Arbeit geleistet.

Bart Hoebel zeigte in Untesuchungen an Ratten, dass Zucker auch aus der Perspektive der neuronalen Veränderungen ein Suchtmittel ist, denn steigender Konsum führt dazu, dass die Tiere immer mehr Zucker fressen müssen, bis sie genug davon haben, und sie zeigen auch Entzugserscheinungen (Ängstlichkeit, Zähneklappern) , wenn das Suchtmittel ausbleibt. Große Zuckermengen ziehen ähnlich wie Kokain, Morphin oder Nikotin im Gehirn neurochemische Veränderungen nach sich, indem die Zahl der Dopamin- und Opioid-Rezeptoren im Gehirn verändert wird. Auch scheint hoher Zuckerkonsum die Neigung zu anderen Drogen wie Alkohol zu erhöhen

Quelle: Stangl’s Arbeitsblätter

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